Lektüre der Verwobenheit

Wir sprechen, schreiben, denken, kommunizieren in allen möglichen Sprachen, aber kaum jemand macht sich bewusst, dass wir, indem wir die Wirklichkeit begrifflich fassen und Beziehungen zwischen den Begriffen beschreiben, etwas Ähnliches tun wie der Detektor, der versucht, den Flug des Photons zu beobachten und dabei die Wirklichkeit grundsätzlich verändert, denn, was ohne den Detektor Welle war, wird durch die Beobachtung zum Teilchen und liefert ein ganz anderes Muster auf dem Schirm. Was als Welle Kohärenz verkörperte, verliert durch die Beobachtung seine innere Verwobenheit und wird zu einer Sammlung inkohärenter Partikel, die nur an der Oberfläche den Anschein eines verwobenen Musters simulieren. Beobachtung und Sprache sind Mittel, Kohärenz zu zerstören. Kann man mit Sprache diesen Bruch beschreiben und überwinden? Braucht es dafür eine neue Art von Poesie? In seinem dissoziativen, sechsteiligen Roman versucht Guido Vobig das Unmögliche. Ein Abenteuer für jeden, der sich darauf einlässt:

EIN dissoziativer Roman in 42 Kurzgeschichten.

CHRYSALIS: Band 1

  • Chrysalis
  • König der Lüfte
  • Der Buchladen
  • Massenphänomen
  • Zuckerbergs Dämon
  • Tiefen des Himmels
  • Soldat und Tänzer

268 Seiten – Taschenbuch: 9,99€ – E-Book: 6,99€

 

FRAGMENTE: Band 2

  • Steves Job
  • Apfel des Anstoßes
  • Innerer Dschungel
  • Gezüchteter Sturm
  • Gotteslicht
  • Breaking the pattern
  • Kintsugi

328 Seiten – Taschenbuch: 10,99€ – E-Book:: 6,99€

 

Überall bestellbar, wo es Bücher gibt, z. B. hier oder hier.

Band 3-6 sind in Vorbereitung.

Ein Kommentar zu “Lektüre der Verwobenheit

  1. Akupunktur war auch der Versuch etwas irgendwie Funktionierendes zu erklären.
    Heute ‚weiß‘ man, dass die ursprüngliche Deutung der Funktionsweise von Akupunktur so nicht funktionieren kann, also nicht stimmt.
    Akupunktur selbst ’stimmt‘ aber offensichtlich schon, denn in bestimmten Anwendungsbereichen funktioniert sie ja.

    ‚Wissen‘ würde man deshalb vielleicht besser als ‚Funktionsgewissheit‘ beschreiben.
    Das Wissen, das sich mit der Begründbarkeit von Funktionalität beschäftigt ist eigentlich überflüssig.
    Leonardo da Vinci hat den Vogelflug extrem sorgfältig studiert.
    Können wir heute fliegen wie Vögel? – Nein.

    Jetzt könnte jemand argumentieren, dass wir vielleicht durch Leonardos Interesse und Exegesen des Studierten letztlich ja doch irgendwie ‚fliegen‘ gelernt hätten.
    Da müsste man wohl antworten, dass es aber die Frage ist, ob jede Funktion/alität für uns erstrebenswert ist oder ob es nicht so ist, dass es gute Gründe gibt, warum wir nicht fliegen können wie die Vögel und was es für Konsequenzen haben kann, wenn man es trotzdem versucht?

    Ich kenne keinen Vogel, der Fische studiert um schwimmen zu können wie sie (schenkt euch den Pinguin, bitte 😉 ):

    Damit wären wir bei der Frage nach dem Sinn von Beschränkung und den Gefahren von Entschränkung.

    Eine Stammzelle kann zu jedem Gewebe, Organ heranwachsen.
    Aber ist sie mal eine Herzzelle oder eine Gehirnzelle, dann bleibt es dabei – aus gutem Grund.
    Diversifikation ist strukturell unumgänglich, damit Funktion entsteht.
    Der Mensch ist ein von der ‚Natur‘ diversifiziertes Produkt mit bestimmter Funktion.
    Die Funktion ist bestimmt durch seine strukturellen Eigenschaften.
    Die hervorstechendste Eigenschaft und sein Erfolgsparadigma war lange Zeit seine Variabilität.
    Durch Technisierung hat er diese verloren.

    Jetzt ist er ein Lebewesen, dass seine funktionale Beschränkung durch Technik aufhebt, aber gleichzeitig seine unumgänglichen, geistigen Beschränkungen – die ja dadurch bedingt sind, dass er auf eine beschränkte Form der ursprünglichen Funktionalität ausgerichtet ist – beibehält.

    Im Grunde müsste man also Leonardo den Vorwurf machen, dass er die Technisierung vorangetrieben hat, damit die Entschränkung und damit paradoxerweise auch die Dysfunktionalisierung des Menschen 😉

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