Die Wand

Dann setzte ich mich auf die Bank und wartete. Die Wiese schlief langsam ein, die Sterne traten hervor, und später stieg der Mond hoch und tauchte die Wiese in sein kaltes Licht. Auf diese Stunden wartete ich den ganzen Tag voll heimlicher Ungeduld. Es waren die einzigen Stunden, in denen ich fähig war, ganz ohne Illusionen und mit großer Klarheit zu denken. Ich suchte nicht mehr nach einem Sinn, der mir das Leben erträglicher machen sollte. Ein derartiges Verlangen erschien mir fast wie eine Anmaßung. Die Menschen hatten ihre eigenen Spiele gespielt, und sie waren fast immer übel ausgegangen. Worüber sollte ich mich beklagen; ich war einer von ihnen und konnte sie nicht verurteilen, weil ich so gut verstand. Es war besser, von den Menschen wegzudenken. Das große Sonne-, Mond- und Sterne-Spiel schien gelungen zu sein, es war auch nicht von Menschen erfunden worden … Ich hatte mich so weit von mir entfernt, wie es einem Menschen möglich ist, und ich wusste, dass dieser Zustand nicht anhalten durfte, wenn ich am Leben bleiben wollte. Schon damals dachte ich manchmal, dass ich später nicht verstehen würde, was auf der Alm über mich gekommen ist.“ (S. 209-210)

„Seit meiner Kindheit hatte ich es verlernt, die Dinge mit meinen eigenen Augen zu sehen, und ich hatte vergessen, dass die Welt einmal jung, unberührt, sehr schön und schrecklich gewesen war. Ich konnte nicht mehr zurückfinden, ich war ja kein Kind mehr und nicht mehr fähig zu erleben wie ein Kind, aber die Einsamkeit brachte mich dazu, für Augenblicke ohne Erinnerung und Bewusstsein noch einmal den großen Glanz des Lebens zu sehen. Vielleicht leben Tiere bis zu ihrem Tod in einer Welt des Schreckens und Entzückens. Sie können nicht fliehen und müssen die Wirklichkeit bis zu ihrem Ende ertragen. Ich weiß nicht, ob ich es ertragen werde, nur noch mit der Wirklichkeit zu leben. Manchmal versuche ich, mit mir umzugehen wie mit einem Roboter … .“
(S. 211)

„Wir sind verurteilt, einer Bedeutung nachzujagen, die es nicht geben kann. Ich weiß nicht, ob ich mich jemals mit dieser Erkenntnis abfinden werde. Es ist schwer, einen uralten eingefleischten Größenwahn abzulegen. Ich bedaure die Tiere und ich bedaure die Menschen, weil sie ungefragt in dieses Leben geworfen werden. Vielleicht sind die Menschen bedauernswerter, denn sie besitzen genausoviel Verstand, um sich gegen den natürlichen Ablauf der Dinge zu wehren. Das hat sie böse und verzweifelt werden lassen und wenig liebenswert. Dabei wäre es möglich gewesen, anders zu leben. Es gibt keine vernünftigere Regung als Liebe. Sie macht dem Liebenden und dem Geliebten das Leben erträglicher … Ich kann nicht verstehen, warum wir den falschen Weg einschlagen mussten. Ich weiß nur, dass es zu spät ist.“
(S. 238)

Die Zitate stammen aus dem Roman Die Wand von Marlen Haushofer. 1968. 18. Auflage List/Ullstein 2012.

Die namenlose Ich-Erzählerin findet sich eines Morgens allein in einer Jagdhütte in den Bergen wieder, eingeschlossen von einer unsichtbaren Wand, hinter der kein Leben mehr existiert. Ihre einzige Gesellschaft besteht aus ihrem Hund, einer halbwilden Katze und einer Kuh. Die Atomkriegsängste des Hüttenbesitzers, der wie alle anderen Menschen hinter der Wand verschwunden ist, haben dazu geführt, dass dieser ein umfangreiches Lager mit Notvorräten angelegt hat, welches der Erzählerin das Überleben zumindest für ein, zwei oder drei Jahre ermöglicht. Der Roman beschreibt in schlichten Worten das Zurückgeworfensein auf die Befriedigung der elementaren Grundbedürfnisse, das Zusammenleben mit den Tieren, den Wechsel der Jahreszeiten mit dem Sommer auf der höher gelegenen Alm und der dunklen Winterzeit im Tal. Er beschreibt die Schrecken, aber auch die tiefen Einsichten einer plötzlich des Kollektivs beraubten menschlichen Existenz. Es geht um den Verlust aller vordergründigen Ziele und Umtriebe, die letztendlich zur Wand geführt haben, das heißt zur totalen Einsamkeit einer abgetrennten, nicht mehr zu vermittelnden oder mitteilbaren Existenz. Und doch muss man fragen, auf welcher Seite der Wand die Einsamkeit verankert ist. Auf der Seite der Erzählerin, die in einem mühsamen und häufig schmerzhaften Prozess mit der Natur langsam wieder in Kontakt kommt, oder auf der anderen Seite, wo alles Leben in einem zeitlosen Augenblick auf ewig eingefroren scheint.

Wie es zur Entstehung der Wand kam, wird wie vieles andere nicht erklärt, ist für den Roman aber auch nicht wichtig. Die Erzählerin vermutet irgendein technisches Versagen, eine unvorhergesehene Panne in einem Atomkraftwerk oder einer Chemiefabrik.

Für mich bedeutet die Wand hingegen nicht das Versagen der Technik, sondern ihre Vollendung. Der technische Weg ist gleichbedeutend mit der Herauslösung und Trennung vom Bios, und damit meine ich nicht einen Teil eines gleichnamigen datenverarbeitenden Betriebssystems, sondern die belebte Welt, das Leben selbst. Je weiter wir auf diesem technischen Weg voranschreiten, desto mehr kapseln wir uns vom Leben ab.

Jedes neue technische Helferlein schiebt sich wie eine Wand zwischen mich und meine Umgebung. Wenn ich nicht zu Fuß gehe, sondern mich ins Auto setze, verliere ich das Gefühl für das, was Entfernung bedeutet. Entfernung gerinnt zu einer bloßen Zahl auf dem Kilometerzähler. Wenn ich meine Mahlzeiten nicht mehr selbst zubereite, sondern einen Thermomix machen lasse, weiß ich nicht mehr, wie sich das Gemüse in meiner Hand anfühlt, wie es riecht, was es mir vermittelt. Was ich esse, reduziert sich auf Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Kohlehydrate. Doch mit diesen Begriffen verbinde ich keine konkreten Erfahrungen. Ich weiß nicht, wie ein Vitamin schmeckt oder wie sich ein Protein anfühlt. Zwischen mich und mein Essen tritt eine unsichtbare Wand. Ich lebe nicht, sondern friste ein Dasein in einem Kokon aus abstrakten Begriffen.

Die modernen Kommunikationstechniken geben vor, die Menschen weltweit miteinander zu vernetzen, in Wirklichkeit verbinden die neuen sozialen Medien jedoch nicht die Menschen miteinander, sondern bloß ihre digitalen Schatten. Vernetzt werden Abbilder von Abbildern von Abbildern, während der Mensch, umgeben von einer steigenden Zahl technischer Diener, getrennt von seiner Wirklichkeit nur noch vor dem Bildschirm sitzt und seinen Teil dazu beiträgt, die Wirklichkeit in Unmengen von Daten zu verwandeln. Statt zu leben, lassen wir im Internet bloß Schatten tanzen, die uns glauben machen, dass sich die belebte Welt auf Nullen und Einsen reduzieren und als Binärcode darstellen lässt.

Der Roman von Marlen Haushofer vermittelt eine Ahnung davon, dass eine Rückkehr in die Verbundenheit des Bios mühsam und schmerzhaft wäre. Der Mensch, der diesen Prozess durchläuft, ist hinterher nicht mehr derselbe, der er vorher war. Sich wieder mit der Natur und dem Leben zu verbinden, hieße, sich von der Natur und dem Leben umformen zu lassen. Das ist ein tiefgreifender Wandel, der mit dem, was in unserer Gesellschaft als Ökobewusstsein gilt, null und nichts zu tun hat. Der Ökobewusste wie jeder Andere in unserer Gesellschaft ist ein Kind der Technik und vertechnisiert und vercyborgisiert häufig sogar schneller als einer, der mit der Umwelt nicht viel am Hut hat.

Auch der Ökobewusste löst sich aus der belebten Umwelt heraus, nur ist er sich dessen offenbar weniger bewusst als der Technikfreak, der den Abschied von der Natur freudig befürwortet. Die Naturverbundenheit ist ein Mythos, eine Geschichte, die für einige nur deshalb so wichtig ist, weil wir im Grunde genau wissen, dass wir als Menschen und als Menschheit insgesamt die Natur gerade abschaffen.

Der von der Natur geformte Mensch ist in unserer Gesellschaft kein Vorbild, dem irgendwer nacheifern will. Im Gegenteil: der von der Natur geformte Mensch wirkt auf die meisten seiner vertechnisierten Artgenossen so befremdlich wie ein Alien.

 

8 Kommentare zu “Die Wand

  1. Irgendwo hattest Du mal dieses Buch erwähnt. Ich habe es mir daraufhin besorgt und habe es als nächstes auf meiner Leseliste stehen. EINE Zusammenfassung, die mir innerhalb von 5 Minuten den Inhalt ohne Kontextverslust darlegt, habe ich leider nicht gefunden, was mich darauf brachte selbst EINEN Text zu schreiben, nicht über die Wand, ich gestehe, sondern über Kontext und Mohrrüben:

    https://guidovobig.com/2017/08/08/kontext-und-mohrrueben/

    Ach ja, etwas Wichtiges hätte ich beinahe vergessen: 😉

    • Noch EINE Ergänzung, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss:

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-KI-leisten-soll-Putzen-und-schwere-Arbeiten-uebernehmen-3795087.html

      “ …dass durch intelligente Software oder lernfähige Roboter das tägliche Leben besser organisiert werden und so Zeit für wichtigere Dinge gewonnen werden könnte.“

      Legt man zugrunde, dass allein durch die bisherigen Haushaltshelfer die meisten Menschen trotzalledem zu wenig Zeit haben, dann lässt sich EINE weitere Beschleunigung des Nicht-genug-Zeit-Habens voraussagen, wenn uns Menschen immer mehr künstlich unter die Arme gegriffen wird.
      Wie mögen die wichtigeren Dinge wohl aussehen? Immer mehr Beschäftigung mit Daten; immer mehr Versuche, die Welt dazu zu bewegen, EINEM das Gefühl zu geben, man selbst existiere noch in all der Schnelligkeit des Datenzeitalters. Zeit zu gewinnen ist dabei aber so unmöglich wie Energie zu sparen.

      • Was „Die Wand“ mir sehr eindrücklich vermittelt hat, ist, dass wir Menschen uns sehr verändern würden, wenn wir wieder in den natürlichen Kontext verwoben würden. Die Erzählerin hat ihr Schicksal nicht gewählt, es stößt ihr zu. Ihr bleibt nichts anderes übrig. Und sie verändert sich sehr. Marlen Haushofer gelingt es, diesen Prozess wie so nebenbei sichtbar zu machen. Deshalb ist „Die Wand“ für mich eines der besten Bücher, die ich im Laufe meines Lebens gelesen habe, und das waren nicht wenige.

        Ich glaube, dass kaum jemand freiwillig die Rückkehr in den natürlichen Kontext wählen würde. Ich glaube sogar, dass Menschen, die sich freiwillig zurückverweben, den Anderen, sie sich immer noch weiter aus dem Kontext herauslösen, nicht nur suspekt, sondern gänzlich unsympathisch sind. Damit lassen sich keine „Likes“ gewinnen. „Die Wand“ zeigt auch, dass diese Rückkehr in die Verwobenheit ein sehr schmerzhafter Prozess ist, weil die Natur eben nicht nur schön ist und Entzücken vermittelt, sondern uns auch unbarmherzig auf den existenziellen Schrecken zurückwirft. Ja, Existenz ist ebenso mit Entsetzen und Schrecken wie mit Entzücken und tiefer Freude behaftet.

        Die Rückkehr oder der Weg „gemeinsam ins Tal“ wäre nur möglich, wenn wir bereit wären, die Herrschaft über die Natur aufzugeben. Das heißt, wir müssten die Agrarisierung rückgängig machen und die Pflanzen und Tiere wieder sich selber bzw. ihrer eigenen Evolution überlassen. Und da sehe ich nur einen Weg: nämlich den, dass wir Menschen uns aus dem Labor ernähren, was aber heißt, dass wir als Menschen uns noch weiter aus der Natur herauslösen. Also zwei getrennte Welten: die Natur sich selber überlassen. Die Menschen unter der oft beschriebenen Glaskuppel hermetisch davon abgetrennt. Ich habe jedoch meine Zweifel, ob dieser Weg so gangbar wäre.

        Der Prozess der Vercyborgisierung benötigt immer mehr Energie, auch wenn wir das irgendwie zu verteilen und zu verstecken versuchen. Aber das ist ja logisch, wenn das Lebendige durchs Maschinelle ersetzt wird. Es scheint mir auch dem Prozess immanent zu sein, dass Strom zunehmend die fossilen Energien ersetzt. Strom scheint in der technischen Welt das Surrogat für das zu sein, was Verwobenheit in der natürlichen Welt ist. Elektrifizierung ersetzt den Kontext so wie Daten die Information ersetzen.

      • “Existenz ist ebenso mit Entsetzen und Schrecken wie mit Entzücken und tiefer Freude behaftet. “

        Weshalb es einzig der Tod ist, der die Sprache des Lebens ohne Wenn und Aber spricht. Nimm den Tod, aka die Vergänglichkeit, aus der Lebendigkeit heraus und du hast nur noch das Mechanische, das Maschinelle, das künstlich unter Strom stehen muss, um zu funktionieren.

      • Tja, so ist es! Dass einzig der Tod die Sprache des Lebens ohne Wenn und Aber spricht, kannst Du jedoch nur durch in der Wirklichkeit gemachte Erfahrungen verstehen, als Pfleger auf einer Intensivstation, als Krankenschwester im Hospiz oder als Rettungssanitäter oder wie auch immer. Sogar Ärzte sind von diesen Erfahrungen schon wieder ein Stück außen vor und außerdem besteht deren Job ja darin, den Tod auf Biegen und Brechen zu bekämpfen. Das Sterben von Tieren ist heute eine Sache des Tierarztes, der, um dem angeblichen Leid ein Ende zu machen, die Todesspritze setzt. Ein „geglücktes Leben“ besteht heute hauptsächlich darin, möglichst über hundert zu werden. Davon wird dann mit Ehrfurcht gesprochen. Das mache ich allerdings auch ab und an, weil die allgemeine Erwartungshaltung in dieser Hinsicht so ungeheuer stark ist, dass es mir so geht wie dem Vogel und dem Leim. Bevor man’s recht bedenkt, „klebt“ man selber schon auf der Leimrute des unverbindlichen Todvermeidungs-Geschwafels fest.

        Als Menschen werden wir systematisch dazu erzogen, den Stoffwechselkreislauf entweder zu ignorieren, zu verachten oder zu negieren. Und damit ignorieren, verachten und negieren die Menschen das Leben. Denn der Stoffwechselkreislauf ist das Leben selbst. Alles ist Stoffwechsel.

        Ich kann mir momentan keine Entwicklung vorstellen, wo der Mensch wieder zu einer Wertschätzung des Todes kommt. Mach‘ nur eine leise Andeutung in dieser Hinsicht, und schon mutierst du für deine Mitmenschen zum Monster.

      • Uups, dann wird FRAGMENTE: Band 2 ja EIN richtiges Monsterbuch, dem kein Monstererfolg beschert sein wird … paradox, paradox, wie so vieles im Leben EINER Spezies.

  2. „Der von der Natur geformte Mensch ist in unserer Gesellschaft kein Vorbild, dem irgendwer nacheifern will. Im Gegenteil: der von der Natur geformte Mensch wirkt auf die meisten seiner vertechnisierten Artgenossen so befremdlich wie ein Alien.“

    Deshalb bekommt man auch Kommentare wie im Thread ‚Halbe Sklaven‘, wo Geld und Staat als Wahnidee zwar zugelassen sind, aber auch als ‚alternativlose‘ Realität gewertet werden!

    Natürlich ist für diejenigen jenseits der (technischen = systemlogischen) Wand keine Alternative vorstellbar, denn ihre technische Logik schließt das Nicht-Technische als Lösungsoption ja vollkommen aus?!

    Und das ist das wahrhaft grausige an dieser ‚Alternativlosigkeit‘ – die technische Logik hat sich durch sich selbst diejenigen Bedingungen geschaffen, die keine Alternativen mehr zulassen und feiert sich damit auch noch als ‚wahre Realität‘.

    Wahnhafter geht es nicht.

    Zurück zur Natur würde ernst gemeint auch bedeuten bedeutende Komplexe der sogenannten Zivilisation abzuschaffen oder zumindest stark zu entkräften.
    Es würde bedeuten ‚animalischer‘ sein zu müssen.
    Das Animalische wird bestenfalls noch verstanden als verlogen-verstohlen hinter roten Plüschvorhängen vollzogene Triebhaftigkeit.
    Aber Scheiße in Brioni gekleidet stinkt immer noch.

    Im Animalischen steckt ‚anima‘, also ‚die Seele‘, ‚das Wesentliche‘ mit drin.
    Ohne Animalität sind wir also bereits seelenlos, tot.
    Das Triebhafte ist durchwegs negativ konnotiert.
    Aber anstatt das Triebhafte in seinem Positivum gelten zu lassen und dessen Auswüchse zu beschneiden oder anderweitig Grenzen zu setzen (z.B. durch Arealisierung), – so wie man ja auch z.B. Apfelbäume beschneidet, weil sie dann besser blühen – , gibt man vor abzuschaffen, was nur abzuschaffen ist, wenn man den Menschen transhumanistisch zur Maschine macht.

    Im Film ‚Themroc‘ wird der revoltierende Mensch kein besserer Mensch, weil er triebhafter wird – allerdings zu einem wahrhafteren.
    Wahrhaftigkeit ist aber ganz gewiss keine Stärke der Zivilisation.
    Nur muss sich die sogenannte ‚Zivilisation‘ aber dann die Frage gefallen lassen, wie sie ihren eigenen Anspruch begründen möchte, wenn sie sich doch konsequent der Realität verweigert, indem sie diese zur ‚persona non grata‘ deklariert und denkt, damit sei das ‚Problem‘ bereits aus der Welt geschaffen?

    Mit den aktuellen Mitteln und Methoden stellt sich die ‚Zivilisation‘ eine veritable geistige Bankrotterklärung aus.
    Sie labert von ‚Integration‘, wo sie bedingungslose Assimilation an die willkürlichen Phantasmagorien ihrer Prämissen erzwingt!

    Wer einem solchen intellektuellen Vakuum in Form von Alternativlosigkeit das Wort redet, dem ist nicht zu helfen, weil der WILL gar nicht gerettet werden.
    Derlei bornierte Alternativlosigkeit kennt man sonst auch gerne von mosaischen Apokalyptikern, die sich ihre Untergangswollust nicht nehmen lassen wollen.

    Wenn Animalität offensichtlich über 3.5 Milliarden Jahre das Leben überhaupt erst ermöglicht hat, wie kann sie dann jetzt auf einmal ’schlecht‘ sein???
    Ich finde meinen Darm auch scheiße – soll ich mir den jetzt rausschneiden, um wahnhaft-wahrhaft rein zu werden?

    Die vorgebliche ‚zivilisatorische Alternativlosigkeit‘ behauptet allen Ernstes, dass Animalität so etwas wie Krebs sei und nur durch eine technische Resektion des Animalischen ein gutes plastiniertes Präparat zu erzielen sei, das man dann ‚Leben‘ nennen dürfe:
    Dabei entsteht nur ein Staubfänger im Regal der Evolution, der die typische Behaglichkeit der Alternativlosen in ihrem Totentempel repräsentieren kann.

    Nein danke.

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