Halbe Sklaven

Jedes Jahr rechnet der Bund der Steuerzahler aus, wie viele Tage im Jahr der Bürger für den Staat arbeitet und wie viele Tage für sich selber. In diesem Jahr war der Stichtag der 19. Juli. Das heißt, bis zum 19. Juli, also mehr als die Hälfte des Jahres, haben Arbeiter, Angestellte, Selbständige und Betriebe für den Staat gearbeitet. Tatsächlich beträgt die durchschnittliche Einkommensbelastungsquote in diesem Jahr 54,6%.

Wenn ein Mensch gezwungenermaßen mehr als die Hälfte seiner Zeit für jemand Anderes arbeiten muss, ist er kein freier Mensch. Und ja doch, die Arbeit, die wir für den Staat leisten, ist Zwangsarbeit. Denn wir haben ja gar keine andere Wahl. Wir können die Staatsbürgerschaft nicht aufkündigen wie die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft oder die Mitgliedschaft in einem Verein. Der Staat lässt seine Bürger nicht frei darüber entscheiden. Man kann aus einem Staat nicht austreten und im selben Haus einfach als Staatenloser weiterleben. Mehr als die Hälfte des Jahres ist der Mensch, der gleichzeitig ja immer auch Staatsbürger ist, also der Sklave des Staates. Wir sind also sozusagen alle Halbsklaven.

Vielleicht sollten wir doch nochmal gründlich drüber nachdenken, was es bedeutet, wenn wir von Freiheit reden. Wenn ein Halbsklave glaubt, ein freier Mensch zu sein, dann ist er in doppelter Hinsicht unfrei. Nicht nur, dass er bloß über die Hälfte von dem, was er sich durch seine Leistungen erarbeitet, verfügen darf. Nein, auch seine Wahrnehmungs- und Urteilskraft sind offensichtlich massiv eingeschränkt, denn sonst müsste sich der halbwegs mit Verstand begabte Mensch doch zumindest über seinen Status im Klaren sein und das entsprechend kommunizieren. Stattdessen reden die meisten Menschen gebetsmühlenartig davon, gerne in diesem freiheitlich demokratischen Land zu leben. So, wie die Menschen anderswo eben behaupten, gerne unter kommunistischer Fahne oder einem Führer wie Kim Yong Un zu leben. Wenn es um Kommunisten und Diktatoren geht, wird von Indoktrination geredet. Wir reden von Meinungsfreiheit. Aber worin besteht denn nun der Unterschied? Jubeln die Menschen in Nordkorea etwa nicht freiwillig?

Indoktrination besteht darin, eine fremde Meinung zur eigenen zu machen, sogar dann, wenn sie einem selbst zum Nachteil gereicht. Ist das hier bei uns so viel anders? Ist es etwa kein Nachteil, mehr als die Hälfte des Jahres für fremde Taschen zu arbeiten? Nur ein Bruchteil davon fließt über Umwege wie Kindergeld oder Rentenansprüche in unsere eigenen Taschen zurück. Das Meiste ist einfach futsch. Für immer perdu. Denn zurück bekommen wir hauptsächlich Schein-Sicherheiten und leere Versprechungen. Zum Beispiel das Versprechen, im Alter mit einer Rente versorgt zu werden. Doch im Kleingedruckten steht, dass die Höhe der Rente von der Wirtschaftslage und sonstigen Umständen abhängt. Im Grunde verpflichtet sich der Staat zu nichts. Wie jeder Sklavenhalter entscheidet der Staat höchst willkürlich über das Wohl und Wehe derer, die er ausbeutet.

Der Staat nimmt im Jahr 2017 seinen Bürgern mehr als die Hälfte ihres Einkommens weg. Das ist die höchste Quote, die es in der Geschichte Deutschlands je gab. Wenn es nicht der Staat wäre, der in die Tasche des Bürgers greift, könnte man doch glatt von Diebstahl reden.

Die zunehmende Enteignung des Bürgers funktioniert schleichend. Hier eine minimale Abgabe mehr, dort eine kleine Erhöhung des Steuersatzes, da noch ein bisschen Umweltschutz wie bei der EEG-Umlage. Dazu kommt, dass nicht der gesamte Steuersatz direkt vom Einkommen abgezogen wird. Bei Arbeitern und Angestellten wird auf der Lohnabrechnung nur die Hälfte abgezogen, die andere Hälfte muss der Arbeitgeber bezahlen. Das ist natürlich Augenwischerei. Zahlen-Kosmetik. Das wird so gemacht, um dem Arbeitnehmer vorzugaukeln, dass ihm gar nicht soviel abgezogen wird. Derselbe Trick wird nochmal angewandt, indem nicht nur das Einkommen, sondern mit der Mehrwert- und anderen Verbrauchssteuern auch die Lebenshaltung und der Konsum besteuert werden. Dazu kommen noch die kommunalen Abgaben, wo die Gemeinden nochmal Geld für Leistungen verlangen, die eigentlich über die Steuerzahlungen bereits abgegolten sein sollten. Wie Abwasser- und Müllgebühren. Und der größte Witz ist, dass dann auch wieder die Rente besteuert wird.

Wird ein Frosch in heißes Wasser geworfen, springt er aus dem Topf sofort wieder hinaus. Wird der Frosch jedoch in kaltes Wasser gesetzt, das gaaanz langsam erhitzt wird, bleibt er sitzen, bis er tot ist. Wir Halbsklaven sind wie Frösche, die in kaltes Wasser gesetzt werden und nicht merken, dass das Wasser allmählich den Siedepunkt erreicht.

Interessant dabei ist, dass es den Staat ja eigentlich gar nicht gibt. Er existiert nur in den Köpfen der Menschen und in ein paar Gebäuden, die man Regierungsgebäude nennt, die man aber auch für andere Zwecke nutzen könnte. Der Staat existiert nur in diesem merkwürdigen Raum, den man das kollektive Bewusstsein nennt. Der Staat ist, genau genommen, eine Form von Glauben. Das funktioniert genauso wie in einer Religion. Ob man an den Staat oder an Gott glaubt, macht keinen großen Unterschied. Der Staat verspricht dasselbe wie Gott: Schutz, Sicherheit, Wohlstand. Der einzelne Mensch kann sich gegen den Staat genauso wenig wehren wie gegen Gott.

Der Staat ist der säkularisierte Gott. Der Staat ist die verweltlichte Form des Übermächtigen und im Zeitalter der Digitalisierung auch des Allwissenden. Gott ist ja nichts Anderes als eben die Projektion des Übermächtigen ins Zeit- und Raumlose hinein. Dieses Zeit- und Raumlose ist identisch mit dem kollektiven Bewusstsein. Die Projektion des Übermächtigen ins Zeit- und Raumlose hinein war die Voraussetzung für die Entstehung eines kollektiven Bewusstseins. Die Erfindung von Gott dehnte hier einen Raum auf, wo vorher keiner war.

In einer Horde kennt jeder jeden und der Zusammenhalt wird durch den persönlichen Kontakt gewährleistet. Wo der Austausch direkt und persönlich ist, stehen die Menschen für sich selber ein. Auch wenn sie Bindungen oder Handelsbeziehungen miteinander eingehen, bleiben sie Individuen. Die Erfindung von Göttern diente dazu, Menschen über diese Horde und die persönlichen Beziehungen hinaus zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Sogar Menschen, die sich nie im Leben sehen und nie miteinander reden, gehören zur selben Gruppe, wenn sie an denselben Gott bzw. an dieselben Geschichten glauben. Die Erfindung von Gott dient dazu, die Beziehungen unter Menschen zu entpersonalisieren. Das heißt zu anonymisieren. Erst da, wo Menschen gelernt haben, ohne persönliche Beziehungen zusammenzuleben, können sich größere Verbände bilden: Städte, Stadtgemeinschaften, Nationen, Staaten. Und da, wo Beziehungen anonym werden, werden die Tore zur Willkürherrschaft geöffnet.

Haben sich Nationen und Staaten erstmal durch entsprechende Regierungsgebäude und eine effiziente Verwaltung etabliert, ist Gott nicht mehr nötig. Deshalb verschwinden die Götter wieder, wenn die Menschheit sich in großen abstrakten Gebilden wie Nationen und Staaten vereinheitlicht hat. Der letzte Gott wird spätestens dann sterben, wenn sich die Weltregierung mit ihrem entsprechenden Verwaltungsapparat durchgesetzt hat.

Den Götterwelten im Polytheismus wohnt die Dynamik zu einer einzigen, allmächtigen Gottheit bereits inne. In ihrer Vervollkommnung werden polytheistische Religionen schließlich monotheistisch. Auf Dauer kann es nicht mehrere Weltreligionen nebeneinander geben, die an verschiedene allmächtige Götter glauben. Es kann nur einen allmächtigen Gott geben. Aber wie gesagt: die Götter und auch der Allmächtige existieren nur im kollektiven Bewusstsein. Der Allmächtige ist identisch mit dem kollektiven Bewusstsein. Gott ist nicht mehr als eine Idee, die von vielen Menschen geglaubt wird. Allmächtig ist dieser Gott dann, wenn die Idee von allen Menschen geglaubt wird. Die Säkularisierung des Allmächtigen ist der Weltstaat.

Gott ist also so etwas wie das Gerüst, das notwendig ist, um das Haus zu bauen. Ist das Haus, der Weltstaat, erstmal fertig, wird das Gerüst wieder abgebaut. Sobald der Weltstaat verwirklicht ist, kann man auf den Allmächtigen verzichten. Tatsächlich läuft dieser Prozess ja schon. Wo immer Staaten sich stabilisieren, ersetzen sie den Glauben, und die Götter verschwinden. Je unsicherer ein Staat und je weniger Schutz und Sicherheit der Staat seinen Bürgern gewährt, desto mehr neigen die Menschen dazu, sich weiterhin an ihre Götter zu klammern.

Je größer das Konglomerat, zu dem sich Menschen zusammenschließen, desto teurer wird dessen Finanzierung. Das ist logisch, denn umso mehr Verwaltungsebenen müssen dazwischen geschaltet werden. Eine autarke Region kommt mit einem kleinen Verwaltungsapparat aus. Wenn sich aber Regionen zu einer Landesregierung zusammenschließen, muss dieser Zusammenschluss durch einen weiteren Verwaltungsapparat umgesetzt und realisiert werden. In der Folge der Vereinheitlichung kommen Bundesländer, Nationalstaaten und schließlich Staatenverbände wie die EU hinzu, und jede weitere Ebene benötigt einen weiteren Verwaltungsapparat.

Wenn der Bürger heute mehr als die Hälfte seines Einkommens hergeben muss, dann, um diese immer größer und immer schwerfälliger werdenden Staatsapparate zu finanzieren. Wir zahlen heute mehr Steuern und Abgaben denn je, weil außer Deutschland auch noch die Europäische Union mitfinanziert werden muss. Man kann sich ausrechnen, was die Verwaltung eines Weltstaats den einzelnen Bürger kosten wird. Ich schätze mal, 100% seines Einkommens werden da noch zu wenig sein. 🙂

Erschwerend kommt hinzu, dass die Staaten durch ihre Regierungen nicht nur aufs Einkommen ihrer Bürger zugreifen, sie mischen sich mit immer mehr Vorschriften auch immer mehr in deren Privatleben ein. Niemand kann heute mehr sein Haus selber bauen, sondern muss es aufgrund der zahllosen Vorschriften von einer Baufirma bauen lassen. Selbst eine Bestattung ist heute durch einen Wust von Vorschriften so kompliziert geworden, dass ohne ein Expertenteam in Form eines Bestattungsunternehmens gar nichts mehr geht. So geht der Bürger mehr und mehr in den Besitz des Staates über.

Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird der Mensch der Zukunft nur noch fürs Kollektiv arbeiten. Er wird kein halber Sklave mehr sein, sondern ein ganzer, und zwar einer, der am Ende von den willkürlichen Entscheidungen einer Weltregierung mit all ihren Verwaltungsebenen gerade so abhängig ist, wie in den amerikanischen Südstaaten der afrikanische Baumwollpflücker einst vom Gutsherrn und dessen Sklavenaufsehern abhängig war.

 

15 Kommentare zu “Halbe Sklaven

  1. Die Erkenntnis, dass Geld und Staaten Chimären sind, bringt de facto überhaupt nichts.
    Sie sind trotzdem weiter Staatsbürger und wenn Sie Ihre Steuern nicht zahlen, werden Sie nach einigen Abmahnungen Besuch von einem Gerichtsvollzieher bekommen. Der Gerichtsvollzieher ist ebenso real wie das Gefängnis, das Sie von innen kennenlernen werden, wenn Sie sich weiter weigern. Sie können Geld für eine Wahnidee halten, wie Sie wollen, Sie werden es trotzdem weiter benutzen und Ihr Brot und Ihre Kartoffeln damit kaufen.

    Muss ich daraus nicht den Schluss ziehen, dass die hier vorgestellten Texte weitaus wahnhafter sind als Geld und Staaten?

    Es mag stimmen, dass Geld und Staaten als Gründungsidee wahnhaft waren, das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass solche Institutionen unser menschliches Zusammenleben regeln und insofern durchaus real sind.

    Geld und Staaten sehe ich sogar als alternativlos an, um ein Lieblingswort unserer Politiker zu benutzen. 🙂

    • Das ist schon alles richtig, was Sie sagen, aber es ist nicht das, worum es mir geht. Mir geht es vor allem drum, die Mythen zu untersuchen, die vom öffentlichen Bewusstsein erzählt werden. Diese Geschichten scheinen mir am Wesentlichen vorbeizugehen und sich bloß mit Nebenschauplätzen zu befassen. Was interessiert es mich, wie lange Trump Hände schüttelt. Oder welche Abgasskandale inszeniert werden, damit endlich mehr Elektroautos verkauft werden können. Ich suche nach größeren Linien, die die Gegenwart mit der Vergangenheit verbinden, um eine Geschichte zu erzählen, die mir plausibler erscheint als die aktuellen Mythen, die ja höchst unglaubwürdig daherkommen. Ja, niemand scheint sich drum zu scheren, ob die Geschichten, die von Fortschritt, Demokratie, Globalisierung, Freiheit, unveräußerlichen Menschenrechten, Glück und Wohlstand erzählen, mit der beobachtbaren Realität überhaupt übereinstimmen. Ich bastele hier an einer Geschichte über das Menschsein, die mir selber eben glaubwürdig vorkommt.

      Im Mittelalter galt Gott auch als alternativlos. Ebenso wie der Ochse, mit dem man das Feld pflügte. Was ist davon heute noch übrig?

  2. Es gibt Möglichkeiten, der Staatsmaschinerie zu entkommen. Es gibt zumindest einen, der das geschafft und zu seinem Beruf gemacht hat. Mir scheint jedoch, staatenlos zu leben, hat den entschiedenen Nachteil, dass es sich dabei um einen Vollzeitjob handelt, mit Bedingungen, die nicht jedermann zusagen. Mir auf jeden Fall erscheint diese Option stressbeladen.
    Wer jedoch dem Wahnsinn unbedingt entkommen möchte, bitte sehr, hier kann sich derjenige schon einmal unverbindlich informieren:

    http://www.staatenlos.ch

    Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine politische Partei zu gründen, die es sich zur Aufgabe macht, die Verfügungsgewalt über den eigenen Geldbeutel in die Hände des mündigen Bürgers zurückzulegen. Also nur zu, Herr Fingerphilosoph. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

    • @ Link:
      Das ist ja keine echte Möglichkeit, dem Staatswahn zu entkommen, sondern lediglich einige Steuern zu sparen.
      Der Mann lebt ja in Panama gemeldet und bezahlt dort Steuern, so wie auch alle seine Transaktionen außerhalb Panamas, die nicht von Panama selbst versteuert werden, direkt oder indirekt versteuert werden, nur halt auf diese Weise sehr viel günstiger, aber eben nicht ganz ohne.

      Außerdem nutzt er sehr wohl den Staat und seine Gesetze und Infrastrukturen (nämlich aus) und bezahlt diese ebenfalls in/direkt, nur alles halt ’sparsamer‘.
      Er lebt ja von Beratungsgeldern und dieses Geld ist Staatseigentum, egal welches Geld er dazu verrechnet und legitimiert damit den Staat nach wie vor als diejenige Instanz, die sich anmaßt eben jeden Lebensbereich exakt dadurch (Geld) zu reglementieren.
      Das System ‚Geld‘ selbst ist der Grundpfeiler jeglicher Staatlichkeit und dessen Nutzung eben ein Sich-weiterhin-innerhalb-dieses-Systems-bewegen-und-von-ihm-abhängig-sein!? 😉

      Der Vorschlag eine Partei zu gründen bewegt sich genau auf demselben Niveau:
      Mit einer solchen Gründung unterwirft man sich zu 100% den staatlichen Vorgaben und dem Staat als gewährende Instanz von eigenen Gnaden.
      Es ist nicht möglich das Staatssystem mit exakt den Mitteln, die den Staat überhaupt ermächtigen, zu entmächtigen – das ist absolut unmöglich.
      Das geld kann auch den Bürgern nicht zurückgegeben werden, weil es diesen niemals gehört hat.
      Das Geld, das auf Ihrem Konto liegt gehört nicht Ihnen, es gehört dem Staat – stand sogar lange extra drauf.
      Es wurde weggelassen, weil es früher Banknoten waren, die ein Eigentumsverhältnis repräsentierten, aber heute nur noch ein Schuldverhältnis.
      Wenn der Staat also Geld braucht, holt er es sich von Ihnen ZURÜCK!
      Weil Sie Besitzer aber nicht Eigentümer von Geld sind und auch nichts anderes sein können – qua Gesetz eben.

      Wie an anderer Stelle bereits verlautbarte:
      Es gibt nur eine Möglichkeit den Staat loszuwerden – der Staat existiert in dem Augenblick nicht mehr, in dem keiner mehr an diese bescheuerte Idee glaubt.
      Für Geld gilt übrigens interessanterweise exakt dasselbe. 🙂

      • “Mit einer solchen Gründung unterwirft man sich zu 100% den staatlichen Vorgaben und dem Staat als gewährende Instanz von eigenen Gnaden.
        Es ist nicht möglich das Staatssystem mit exakt den Mitteln, die den Staat überhaupt ermächtigen, zu entmächtigen – das ist absolut unmöglich.“

        Eben. Im Umfeld, in welchem man erkrankt, kann man nicht gesunden, wenn sich am Umfeld nichts ändert. Daher vermag kein Mediziner EINEN Menschen von EINER Krankheit zu heilen, wenn er nicht dessen Lebensumfeld kennt, sondern den Kranken nur vom Schreibtisch aus in Augenschein nimmt.

        Ein Individuum kann niemals einem Staat zugehörig sein, ohne aufzuhören ein Individuum zu sein. Es ist das eigentliche sechste Massensterben: das Aussterben der Individuen – wo obendrein alle ANDEREN unstaatlichen Lebewesen Individuen sind, egal wie oft wir uns auch einreden (lassen), dass z. B. Bienen und Ameisen in Staaten leben.

      • Bingo! Das sechste Massensterben als das Aussterben der Individuen zu erkennen, trifft es auf den Punkt. Domestizierte Tiere (keine Individuen) und gezüchtete Pflanzen (keine Individuen) überleben zusammen mit dem normierten Massenmenschen (keine Individuen). In diesem Fall stelle ich mich auf die Seite der Aussterbenden. Um den Preis möchte ich nämlich nicht überleben.

      • Blaue Pille oder rote Pille? Dem technologischen Fortschritt folgen oder als Individuum sich selbst erkennen? Gibt es EINEN ANDEREN Weg? Natürlich – keine Pillen schlucken, egal welche Farbe sie haben. Es genügt vollkommen, zu erkennen, wofür die Pillen sind – nur darf man nie dem Glauben verfallen, dass das erste Komma im vorherigen Satz überflüssig ist 😉 .

      • Wie willst Du denn erkennen, wofür die Pillen sind, wenn Du sie nicht schluckst? Da Du mitten ins Spiel geworfen bist, ohne den Anfang und das Ende zu kennen, glaube ich nicht, dass Du Dich auf diese Weise davon distanzieren kannst. Und auf das, was einem erzählt wird, kann man sich ja sowieso nicht verlassen. Im Sinne von: probieren geht über studieren.

      • EIN bekanntes massentaugliches Motto lautet: Errare humanum est.
        EIN ANDERES Motto könnte lauten: Erratisch das Humane ist.
        Wobei ‚erratisch‘ hier ‚unvorhersehbar‘ bedeutet und nicht’verirrt‘ oder gar ‚weit weg vom Ursprung‘. Man achte nur auf die erratische Flugbahn des Schmetterlings, der zwar weit weg von seinem Ursprung scheint und doch die Quelle seines Seins sein eigen nennt – und ihr nie entkommen kann, egal wie seine Flugbahn sich auch gestalten mag.

      • Vergessen wir die Pillen, blau wie rot und beobachten, was wirklich geschieht:

        https://www.armstrongeconomics.com/international-news/nature/chernobyl-and-bikini-atoll-are-rewriting-science/

        Wenn Natur EIN Experiment durch uns Menschen zum Ausdruck bringt, in dem es darum geht, zu erfahren, bis wohin Natur gewillt ist Nicht-Individuen hervorzubringen, dann offenbaren unsere Technologien, die allesamt auf natürlichen Rohstoffen aufbauen, wie sehr wir uns in Sicherheit wiegen, während die Natur wirkliche Wiegen zu realisieren vermag. In der irrigen Annahme durch unsere Technologien unsere Spezies voranzutreiben, bauen wir einzig auf äußerliche Robustheit, die im Innern aber immer fragiler wird, während die ANDEREN durch und durch antifragil unterwegs sind. Die ANDEREN wechseln untereinander fortwährend Stoffe aus, wir EINEN wechseln einzig zeitgeistige Moden und versuchen, dass unsere Errungenschaften dem Austausch von Stoffen möglichst lange widerstehen. Aus Sicht der natürlichen Verwobenheit ist das Experiment auf jeden Fall EIN geglücktes. Aus der starrsinnigen Sicht von uns EINEN glauben wir nur glücklich zu werden, wenn einzig technologischer Fortschritt an Stelle der Verwobenheit unseren Alltag durchzieht und wir die Natur weiterhin als unseren Experimentierkasten missbrauchen können. Das sechste Artensterben vollzieht sich im toten Winkel unseres nachlassenden Körpervermögens …

    • Vielen Dank, Herr Weber, dass Sie mich zu irgendwelchem verfehlten Aktionismus verleiten wollen. Zu Ihrer Information: mein primäres Interesse besteht nicht darin, die bestehenden Verhältnisse zu verändern, als Rebell oder gar als Weltretter aufzutreten. Diese Phase liegt, so denke ich mal, hinter mir. Mir geht es um das gnothi seauton, das Erkenne dich selbst. Und da der Mensch, mich eingeschlossen, kein Individuum mehr ist, sondern dabei ist, sich im Kollektiv zu verlieren, gelten meine Fragen eben auch dem Kollektiv namens Mensch oder Menschheit.

      Aus diesem Grund interessiert mich auch die Geschichte des Menschen, das heißt, ich rolle das, was ich in der Gegenwart erkenne, in die Vergangenheit hinein auf. Was in der Gegenwart als eine Art Wollknäuel erscheint, wird durch das Aufrollen zu einem Faden. Dann wickele ich diesen Faden um das Feuer herum neu auf und habe damit eine Geschichte zum Erzählen. Die Geschichte der Menschwerdung mit dem Feuer im Zentrum erscheint mir wesentlich plausibler, als die Geschichten, die sonst so erzählt werden, bspw. dass unsere Geschichte eine zwischen Mensch und Gott bzw. eine Seelenwanderung ist, dass der Geist einfach so mir nichts, dir nichts vom Himmel fiel, dass die Welt dank unserer Intelligenz immer besser wird und so weiter.

      Mit einer neuen politischen Partei, selbst wenn diese die Staatsauflösung zum Ziel hätte, würde ich mich nur wieder über die große Masse setzen, die mit einem Daumen hoch oder runter weiter in der Rolle des Zuschauers verbleibt. An die Stelle des aufgelösten Staates würde als neue Übermutter und neuer Übervater eben meine Partei treten, und dieses Muster hat, wie ein Blick in kommunistisch regierte Länder zeigt, nicht das Geringste zur Freiheit beigetragen.

  3. Der Staat ist ein Wahn-Gebilde.
    Der ‚Staat‘ ist eine Idee, ein Bild, eine Vorstellung, nichts Reelles, Substnatielles – eben ein Wahn.
    Die Existenz von, wie im Artikel erwähnt, Gebäuden oder Institutionen, die diesem Wahn Geltung verschaffen sollen, sind ja nur Produkt eines Konventionalwahns, der da sagt:
    „Wir brauchen das, das ist alternativlos!“ und die Mehrhaut GLAUBT es.
    Also auch nur ein Glaube, eine Wahnfixierung, die sich anmaßt die Wirklichkeit abzubilden bzw. sogar zu repräsentieren.
    Die realität eines Staates ändert nichts daran, dass er mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat!
    Unter Hypnose ist für mich der Kühlschrank heiß, was nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, aber alles mit der als real empfundenen Einbildung!
    Deshalb ist es ja auch Wahn-Sinn (ahd.: sinnan = etwas nachstreben, darauf zugehen), also Wahnsinn, sich mit diesem Wahn als Zielgebung abzugeben und alles auf diesen Wahn abzustellen.
    Staatsdiener sind Wahndiener- Hohepriester der Bürokratie, also Apologeten des Irrglaubens, dass Regeln alles sind und alles außerhalb der Regeln irregulär und damit irreal.

    Dieses Wahn-Sinnige, also das Bestreben diesem Wahn Geltung zu verschaffen, ist natürlich auch im pathologischen Sinne Wahnsinn, da, unter der maßgeblichen Voraussetzung der Legitimierung des Wahngebildes ‚Staat‘ durch Berufung auf Schaffung von Recht und Gerechtigkeit für alle, ja exakt das krasse Gegenteil eintritt: massive Entrechtung und Ungerechtigkeit!?

    Denn das Wahngebilde ‚Staat‘ muss, um sich Geltung und Gültigkeit zu verschaffen, auf Gewalt zurückgreifen = Beschneidung natürlicher Ressourcen, Potentiale und Optionen des Individuums durch die Normierung aller auf Willkürmaße durch Gesetzgebung – gleichbedeutend mit Beschneidung der individuellen Rechte = Möglichkeiten = Entrechtung -, und dieses verkörperndes Jurisdiktatur- (Gerichtswesen) und Regresspersonal (Polizei) (= bist du nicht freiwillig willig, so gebrauche ich Gewalt = Freiheitsentzug durch Verunmöglichen von Alternativen und damit echter Wahlfreiheit, beispielsweise Gewissens- oder Intellektentscheidung)!

    Das Unterbinden der individuellen Entscheidungsberechtigung, was verhältnismäßig ist und was nicht (je nach individuellem und situativem Kontext), ist gleichbedeutend mit absoluter Entmündigung, denn man traut dem Bürger ja absolut nicht zu, aus eigener Anschauung zu erkennen, was Verhältnismäßigkeit ist und so wird zwangsweise von oben deklariert, was Verhältnismäßigkeit ist, wobei jede Form der absoluten Defintion,(wie es Gesetzgebung durchwegs tut) bereits Unrecht erzeugen MUSS, da eine Definition niemals allen situativen Variablen gerecht werden kann (sic!!!).

    Warum das mit dem Wahngebilde ‚Staat‘ trotzdem so gut ‚funktioniert‘, sich verkaufen lässt, liegt darin begründet, dass die allermeisten Menschen durch Er- und Entziehung verlernt haben, was Autarkie und Autonomie wirklich sind, wie sie funktionieren und bedient werden müssen, damit sie funktionieren können!
    Das wiederum als Argument gegen jegliche Staats-Infragestellung zu verwenden ist an Heuchelei nicht zu überbieten, da es ausnahmslos der Staat ist, der eben für diese Unfähigkeit systemisch und systematisch sorgt!

    Die so zur Autarkie und Autonomie zur Unfähigkeit Er- wie Entzogenen haben dann folgerichtig erst einmal Angst vor der Staatenlosigkeit, weil für sie der Staat ja alternativlos ist, um ihre Existenzängste scheinbar zu befried(ig)en und unterstützen damit den Staatswahn, weil sie selbst in dem Wahn befangen sind, sie seien grundsätzlich unfähig für sich selbst zu sorgen! Es gab ja auch nicht wenige Beispiele, wo Sklaven befreit wurden und dann wieder zu ihren ehemaligen Herren zurückkehrten, weil sie mit ihrer ‚Freiheit‘ nichts anfangen konnten, da ihre Abhängigkeit von den ihre Existenz unterstützenden Faktoren ja in den Händen der ehemaligen Sklavenhalter verblieb!

    Es gibt ja auch nicht einmal ein einziges Staatsgebilde, das seine Versprechungen de facto einlöst und als Präzedenzfall dienlich sein könnte?!?
    Es gibt in der gesamten Geschichte nicht EIN Beispiel, wo die Errichtung eines Staatsgebildes nicht von vorneherein auf Ungerechtigkeit basierte, da jede Staatsgründung direkt und unvermeidlich mit Privilegieneinführung vonstatten gehen MUSS! Es gab nicht EINEN Fall, wo diese Privilegienverteilung durch eine echte demokratische Abstimmung aller Beteiligter angestrebt und gebilligt wurde! Und schon gar nicht auch nur EINEN Fall, wo sich die Privilegienvergabe als segensreich herausstellte für ALLE und bessere Verhältnisse bewirkte als davor UND dies DAUERHAFT.

    Jeder Staat ist totalitär, weil er das sein MUSS.
    Der Faschismus von Staatlichkeiten ist nur graduell, aber niemals prinzipiell unterscheidbar.
    Z.B. die oft zitierte Reisefreiheit habe ich hier in D auch nur dann, wenn ich einen Reisepass habe, der mir jederzeit staatlicherseits entzogen werden kann und wo der Staat exakt vorschreibt, wann wer unter welchen Voraussetzungen überhaupt so ein Ding von ihm bekommt.
    Wahl-Freiheit?
    Und so geht es mit jedem beliebig zitierten angeblichen ‚Freiheitsbeispiel‘ weiter.
    Der Unterschied zwischen einer maximalen Diktatur und einer ‚Demokratie‘ liegt nur in der Länge der Ketten und ihrer exklusiven Ausstattung begründet!
    Gefangene, Sklaven sind alle, egal in welcher Form von Staat sie sich aufhalten.
    Es gab ja auch mal Zeiten, wo die römischen Sklaven verächtlich auf die thrakischen geblickt haben und sich für was Besseres hielten – wie dumm kann man eigentlich sein?

    • Beim Schreiben des Artikels ging mir der grüne Strick durch den Kopf, mit dem man den stärksten Elefanten anbinden kann, wenn man dem Elefanten von klein auf beigebracht hat, dass er den Strick nicht zerreißen und sich nicht befreien kann, selbst wenn der Elefant in Wirklichkeit tausendmal mehr Kraft als nötig hat. Uns allen geht es doch so ähnlich. Wir glauben alle nur zu gern, dass der Staat mächtiger ist als wir und wir keine Chance haben. Und dabei stimmt es ja, dass der Staat als solcher gar nicht existiert, sondern wie Gott und seine Engel bloß eine Vorstellung, ein Glaubensinhalt ist. Wenn die Mehrheit der Leute nicht länger an Gott glaubt, hört Gott auf zu existieren. Wenn sie nicht mehr an den Staat glauben, hört der Staat auf zu existieren. Nur gibt es inzwischen eben eine Menge Staatsdiener, die diesen Glauben schützen, weil sie selber davon leben. Trotzdem ist der Staat nicht viel mehr als ein grüner Strick.

      Ich hatte dann als Nächstes den Gedanken, dass das ganze Konzept von Demokratie für die grüne Tonne ist. Ist Unfreiheit wünschenswert oder besser als die Freiheit, bloß weil sich die Mehrheit für Unfreiheit entscheidet? Ist die Lüge besser als die Wahrheit, bloß weil sich die Mehrheit fürs Lügen und für Heuchelei entscheidet? Ist damit alles bloß den Mehrheitsverhältnissen und dem Zeitgeist unterworfen? Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass Freiheit ihren Wert in sich selber trägt und nicht davon abhängig ist, ob sie viele Unterstützer findet oder keine. Dasselbe gilt für Wahrhaftigkeit, Qualität, die Wirklichkeit – letztendlich für all das, was das Leben lebenswert macht.

      Freiheit, Wahrhaftigkeit, Qualität – das sind Werte, die nicht von oben verordnet werden können. Das sind Werte, die sich nicht in Gesetze fassen lassen. Das sind Werte, die sich jeder Art von Zwang widersetzen. Freiheit ist etwas, das man sich nehmen und leben muss. Freiheit zu leben, kann niemals ein demokratischer Mehrheitsbeschluss sein. Deshalb kehren viele Sklaven wieder zu ihren Herren zurück oder suchen ggf. neue Formen des Unterdrücktwerdens.

      Man kann ein Netz von Lügen spinnen und man kann Leute auf alle möglichen Weisen dazu bringen, Lügen zu verbreiten, aber man kann Wahrhaftigkeit nicht verordnen. Das ist etwas, das entweder aus den Menschen selber kommt oder gar nicht. Verordnete Wahrhaftigkeit ist eben gerade nicht wahrhaftig.

      So gesehen, ist es verständlich, dass sich in jeder Staatsform, auch der demokratischen, langfristig nur immer das durchsetzt, was der Lebensqualität und der Lebensfreude diametral entgegensteht. Deshalb ist jeder Staat totalitär. Der Staat ist der Gegenspieler der Freiheit und von Lebensqualität.

      Wenn sich die Bürger nicht das Verfügungsrecht über ihren Geldbeutel zurückholen, wird sich daran auch nichts ändern. In einer freiheitlichen Ordnung wäre es am Bürger, selber zu bestimmen, wieviel Geld er für gemeinschaftliche Aufgaben hergeben will. Wenn hingegen der Staat festlegt, wieviel Geld er dem Bürger (zukommen) lässt, ist dies das Gegenteil von Freiheit.

  4. Exformation, flüstert mir
    eine vertraute Stimme zu, ist Energie,
    die in aller Stille informiert, ohne dass
    weitere Energie zugeführt werden muss.
    Kohärenz, flüstert die Stimme weiter,
    ist die Intensivierung der Tiefe
    von Verwobenheit, die umso weniger
    an Energie verliert, je mehr Verkörperungen gemeinsam verwoben werden.
    Desto weniger Unstimmigkeiten, zudem,
    solange der Gemeinschaft Impulse
    von Dekohärenz zugefügt werden.
    Dergestalt bildet sich gesundes Wachstum.
    Wie bei einem Fötus.
    Dienen Probleme der Lösung als Nahrung ?
    Ist Dekohärenz die Nährlösung des Lebens ?

    Je dunkler ein Volk seine Nächte gestaltet,
    merkt das Flüstern nunmehr an,
    desto mehr Kohärenz erlebt es,
    desto weniger Raub von Energie ist im Spiel.
    Es sei denn, das Volk ist Spielball EINER Diktatur,
    oder von Tyrannei. Dann ist die Dunkelheit
    nicht der Exformation zugehörig.
    Und das Volk seiner Energie beraubt.

    […]

    Herdenimmunität in den karzinogenen
    Metropolen dieser Welt ?
    Mehrfach mehrdeutig eingeimpft ?
    Als Lüge modernisiert ? Lügen,
    die mit keinem Sprengstoffgürtel
    zusammengehalten werden können ?
    Wo doch eine Herde
    die gestillten Möglichkeiten jedes Einzelnen,
    mit der Notwendigkeit der Herde selbst,
    in Einklang zu bringen hat.
    Und zudem möglichst viele Gemeinsamkeiten
    der Einzelnen hat. Während in den Metropolen
    äußerliche Verschiedenheiten
    angestrebt werden. Möglichst viele noch dazu,
    um sich von der Masse abheben zu können.
    Des lautstarken Egos wegen. Nicht,
    um im Stillen Lösungen ausfindig zu machen.
    Ganze Nationen, die als Gemeinschaft erscheinen, aufgrund von Grenzen,
    die Zeuge von Beherrschung sind.
    Was attestiert dieses den Attentaten in
    den Metropolen von Nationen, in denen
    keineswegs alle Menschen EINE
    gemeinsame Sprache sprechen ?
    Wie stünde es um moderne Herden,
    wenn Neusprech und Doppeldenk
    nicht zur Sprache kämen ?
    Und Kurzsichtigkeit auf dem Index stünde ?

    Quelle: Ich LIEBE meinen Turmor – 5. Mutation

  5. Nicht umsonst gab es seit jeher das Phänomen, dass ‚allmächtige‘ Staatenlenker quasivergöttlicht wurden – vom ersten sumerischen Gottkönig bis hin zu Stalin/Mao/Kim Il Sung.
    Die Steuer ist selbst in einem vorgeblich laizistischen Staat eine reine ‚Kirchensteuer‘ – eben wegen des im Artikel genannten ‚Staatsglaubens‘ und der Gläubigkeit in dessen Heilsversprechen – der Staat als Erlösernarrativ.

    Die tatsächliche, mit dem Staat einhergehende, Entindividualisierung (bei gleichzeitiger Surrogatisierung durch Pseudo-Individualitätsförderung in Form von normierten Persönlichkeits-Apps, deren vermeintlicher ‚persönlicher Style‘ sich nur noch durch Schalenoptik erillusionieren lässt) ist IMMER auch eine Entrechtlichung des Individuums selbst, das scheint sich bisher nicht wirklich rumgesprochen zu haben trotz evidenter Beweislage!?

    Es darf, nein MUSS von de-facto-Versklavung gesprochen werden, wenn im typischen Orwell´schen Doppelsprech die Freiheit des Einzelnen darin besteht, noch sein zu dürfen von Staates Gnaden, aber eben auch nur das, was von Staates Gnaden wegen als zulässig definiert ist.

    Die Entrechtung, damit Entmündigung ist eindeutiger Sklavenstatus!
    Wer da etwas anderes behauptet, der faselt sich eine Orgie der Ignoranz zurecht…

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