Freiheit, die ich meine …

Tiere handeln instinktiv. Das ist ihnen angeboren. Es ist noch nicht mal so, dass Mama Bär oder Papa Luchs ihrem Nachwuchs instinktives Handeln explizit beibringen. Stattdessen wecken Tiereltern bei ihren Jungen durch Vormachen den Instinkt und bringen ihn zur Entfaltung, ähnlich wie der erste Atemzug die Lunge zur Entfaltung bringt. Der Instinkt ist für die jeweils artspezifischen Verhaltensweisen verantwortlich. Einzelne Exemplare einer Spezies können zwar individuelle Verhaltensweisen und Vorlieben ausbilden, aber alles in allem verhält sich ein freilebendes Tier wie seine Vorfahren vor hundert, tausend oder zehntausend Jahren. Doch auch da, wo Verhaltensweisen einer Spezies sich grundsätzlich ändern, erfolgen die Veränderungen aus dem Instinkt heraus und entpuppen sich bei näherer Betrachtung als Anpassung an eine sich ebenfalls gerade verändernde Umwelt.

Ein Tier ist also in seinem Verhalten an seinen Instinkt gebunden. Das löst in uns Menschen die Vorstellung von Unfreiheit aus. Instinkt wird gerne mit einem in den Genen codierten Programm verglichen, das nach vorgegebenen Regeln abläuft. Instinkt bringen wir deshalb mit Automatismen und stupiden Reiz-Reaktions-Schemata in Verbindung. Mit solchen Vorstellungen im Hinterkopf sind wir Menschen froh, dass wir uns als zunehmend weniger instinktgebunden erfahren. Im Gegensatz zum Tier halten wir Menschen uns für frei und flexibel. Sind wir das wirklich?

Es ist schon mal falsch, im Instinkt so was wie ein Herrschaftsinstrument zur Unterwerfung des Tiers zu sehen. Instinkt äußert sich nicht über eine innere Stimme, die pausenlos Befehle erteilt, sich als Pflichtgebot bemerkbar macht. Instinkt ist kein Du sollst … oder Du musst … . Wer sich so was vorstellt, überträgt rein menschliche Erfahrungen unreflektiert aufs Tier. Machtverhältnisse, wie sie den Beziehungen zwischen Herr und Knecht, Chef und Untergebenen, Obrigkeit und Untertanen entsprechen, gibt es im Tierreich nicht in dieser Form. Das Alpha-Tier beutet die Mitglieder seines Rudels oder seiner Herde nicht aus, wie menschliche Herrschaftsverhältnisse das nahelegen. Es gibt deshalb auch keinen inneren Imperator mit einem Thronsessel in der DNA-Struktur.

Wenn ein Tier Hunger hat, ist es eins mit seinem Hunger. Es steht nicht neben sich, um sich seines Hungers erstmal bewusst zu werden. Für diese Bewusstwerdung braucht es nämlich Selbstbeobachtung, und genau diese fehlt dem Tier. Selbstbeobachtung ist weit mehr, als sich bloß im Spiegel erkennen und damit eine wie auch immer geartete Ich-Vorstellung zu haben. Ein Tier zerfällt nicht in eine handelnde Instanz und eine Instanz, die dieses Handeln beobachtet und darüber reflektiert. Deshalb zerfallen für ein Tier Hunger und Fressenwollen auch nicht in Ursache und Wirkung. Erst eine reflektierende Instanz kann künstlich einen Unterschied setzen und den Schluss ziehen, dass ein Hungergefühl den Wunsch nach Nahrungsaufnahme erzeugt. Wie der Hunger erst durch Selbstbeobachtung als Hunger bewusst wird, so entsteht auch der Wille erst durch Selbstreflexion. Ohne Bewusstwerdung gibt es keinen Willen. Die Bewusstwerdung des eigenen Willens erfolgt zudem so gut wie immer in der Negation. Erst wenn man gegen seinen Willen handelt oder gezwungen wird, gegen seinen Willen zu handeln, wird einem bewusst, dass man so etwas wie einen Willen hat.

Auch als Mensch kann ich immer noch die Erfahrung machen, dass der Wille verschwindet, sich in Nichts auflöst, wenn ich ganz eins mit meinen Instinkten bin. Ich habe diese Erfahrung zwei- oder dreimal in lebensgefährlichen Situationen gemacht. Das Nichtvorhandensein des Willens ist etwas grundsätzlich anderes, als seinen Willen zu bekommen. Aus seinem Instinkt heraus zu handeln, ist auch nicht dasselbe, wie im Flow zu sein, wo man wie auf einer Welle schwimmt und alles mühelos wie von selbst zu gehen scheint.

Instinkt drückt sich nicht über eine innere Stimme aus, die Befehle erteilt, sondern als nicht hinterfragbares, vereinheitlichtes Gefühl. Ein Tier lebt seine Lust, oder in der Negation, seine Unlust. Das ist Instinkt. Dabei ist die Lust das, was dem Tier am meisten nützt, und die Unlust das, was das Tier vor Schaden bewahrt. Wenn man tut, was einem am meisten nützt, und vermeidet, was einem schadet, kann man zu recht von einem geglückten Leben sprechen.

Freiheit ist nicht dadurch definiert, dass man von zwei Übeln das kleinere wählt oder seine Entscheidung anhand einer Liste von Pros und Contras austüftelt. Freiheit ist, in vollkommenem Einklang mit seinen Gefühlen zu handeln. Von Nutz- und Haustieren einmal abgesehen, ist jedes Tier deshalb frei. Jedes wild lebende Tier verwirklicht Freiheit in einem Maß, von dem wir Menschen nicht mal träumen können.

Menschen sind aus zweierlei Gründen nicht frei. Zum Einen unterscheiden die allermeisten Menschen zwischen guten und schlechten Gefühlen und treffen eine Wertung zugunsten der guten Gefühle wie Freude, Liebe, Glück, Dankbarkeit, Zufriedenheit. Das sind die Gefühle, die nicht nur sein dürfen, sondern jeden, der was auf sich hält, permanent aus- und erfüllen müssen. Es sind Gefühle, die angeblich das Miteinander fördern. Das Paradies oder der Himmel als idealisierte Vorstellungen von Glück besteht ausschließlich aus solch guten Gefühlen, und das Ziel des Menschen besteht darin, das Paradies auf Erden zu errichten bzw. den Himmel auf die Erde zu holen.

Allen Gefühlen, die keine guten oder angenehmen sind, wie Zorn oder Neid, bringen wir tiefes Misstrauen entgegen. Der Mensch hat vergessen, dass die angeblich schlechten Gefühle ihm gerade so beim Überleben helfen wie die guten. Stattdessen glaubt er, dass sie die Quelle von Gewalt und Aggression sind und deshalb nicht ausgelebt, sondern im Zaun gehalten, unterdrückt oder gar ganz abgeschafft werden müssen. Das heißt, es gibt nicht nur einen inneren Beobachter, der sich seiner Gefühle bewusst wird, sondern außerdem einen Richter, der die Gefühle in gute und schlechte unterteilt, und desweiteren einen Kontrolleur, der absegnet, dass gute Gefühle gelebt werden, während er das den schlechten Regungen verbietet.

Ein sehr bewusster Mensch mit einer entsprechenden Schulung verdrängt die schlechten Gefühle nicht, sondern leitet sie in Kanäle, die sein innerer Kontrolleur für unschädlich hält. Ein solcher Mensch erlaubt sich, seine Wut an einem Kissen oder einem Sandsack abzureagieren, aber er verbietet sich, die Wut an dem auszulassen, der sie verursacht hat.

Mit einem solchen Dreigestirn aus Beobachter, Richter und Kontrolleur an der Seite seiner Gefühle, kann der Mensch nicht frei sein, sondern wird zu seinem eigenen Gefängnis. Die allermeisten Menschen halten das für gut und sinnvoll, ja sogar für notwendig. Deshalb ist Bewusstwerdung nicht nur in spirituellen Kreisen absolut angesagt. Es soll mir aber niemand erzählen, dass es beim neutralen Beobachten bleibt. Hinter dem Rücken des Beobachters verbergen sich immer der Richter und der Kontrolleur, auch wenn sie nicht offen in Erscheinung treten.

Ich habe so den Verdacht, dass der innere Beobachter, der Richter und der Kontrolleur gerade erzeugen, was sie unbedingt vermeiden wollen, nämlich Hass, Gewalt und Aggression. Mit dem Ergebnis, dass der Mensch alle anderen Lebewesen, die den Planeten bevölkern, an Gewalttätigkeit und Aggressivität bei Weitem übertrifft. Wenn Gefühle wie Zorn oder Neid unterdrückt und negiert werden, lösen sie sich deshalb noch lange nicht auf. Sie lösen sich auch nicht auf, wenn sie ersatzweise an einem Kissen abreagiert werden. Sie akkumulieren sich, und so wird aus einem Schneeball dann irgendwann eine Lawine. Ein Schneeball tötet nicht, eine Lawine hingegen schon.

Zum Anderen ist der Mensch das Tier, das sein Innenleben nach und nach vollständig veräußerlicht und sich dabei sich selbst entfremdet. Gilbert Dietrich nennt den Menschen das Tier des endlosen Outsourcing.

In dieser Veräußerlichung verkehrt sich die ursprüngliche Freiheit ins Gegenteil, nämlich in absolute Unfreiheit. An die Stelle des Instinkts tritt beim Menschen ein Lernprozess, und dabei lernt der Mensch lauter Dinge, die seinem ursprünglichen instinktiven Gefühl in der Regel zuwiderlaufen. Ein Baby, das Lust auf Milch und Wärme hat, lernt ziemlich schnell, dass es seine Bedürfnisse zurückstellen muss. Ein Kleinkind, das sich Sand und Würmer in den Mund stecken will, wird schon daran gehindert, sobald es nach dem Wurm gegriffen hat. Ein Schulkind, das seinen Bewegungsdrang austoben will, lernt stattdessen, fünf Stunden lang still auf dem Stuhl zu sitzen. Durch Lernen kommt es zu einer Umwertung des instinktiven Gefühls. Das Kind erfährt eine positive Resonanz auf Dinge, die ihm schaden, und eine negative auf Dinge, die ihm nutzen. Kein Wunder, dass sich der Mensch deshalb in einer natürlichen Umwelt gar nicht mehr zurechtfindet.

Was ein Kind lernen will, ist auch nicht ihm selbst überlassen. Dass es in den Kindergarten und zur Schule gehen muss, gilt als selbstverständlich. So erfährt ein Kind sein Leben schon früh als eine Abfolge von Regeln, Ge- und Verboten. Aus dem, was mal Instinkt war, wird in dieser Veräußerlichung nun ein Regelapparat, wobei die Regeln häufig widersprüchlich sind und mal so und mal so gehandhabt werden. Das Kind kann sich weder auf sein Gefühl noch auf seine Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit verlassen. Die Verwirrung ist komplett. Dies ist der sogenannte Zivilisationsprozess, der nicht nur identisch mit der Geschichte der Menschheit ist, sondern sich auch in jedem einzelnen Menschen vollzieht.

Der Mensch hält sich für frei, weil er an fast jedem Ort der Erde leben kann, im ewigen Eis ebenso wie in den Tropen. Es ist richtig, dass der Mensch von natürlichen Verhältnissen wie Klima, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Tag und Nacht, Sommer und Winter scheinbar immer unabhängiger wird. Dafür ist er umso abhängiger von seiner selbstgemachten Umwelt, die aus Stadtlandschaften, Industriegebieten und landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen besteht. Das herausragende Merkmal der vom Menschen geschaffenen Lebenswelt ist Monotonie. Die Städte auf der ganzen Welt sehen heute zum Verwechseln ähnlich aus. Egal, ob man sich in Alaska, auf Feuerland, in Zentralafrika oder Südostasien bewegt, man findet sich zurecht, weil die städtischen Strukturen wie beispielsweise das Verkehrsnetz in allen Städten ähnlich sind. Im Zentrum gibt es gigantische Hochhäuser, Einkaufsstraßen, Hotels, Tempel oder Kirchen, Museen und Parks. In der Peripherie einerseits Wohngebiete mit reicheren und ärmeren Vierteln bis hin zu Slums. Andererseits Gewerbe- und Industriegebiete. Es genügt, eine Stadt gesehen zu haben, um alle zu kennen. Was die Monotonie von industriell genutzten Ackerflächen angeht, erübrigt sich wohl jeder Kommentar.

In ihrer zunehmenden Vereinheitlichung und Vernetzung wird die von Menschen geschaffene Lebenswelt gegenüber natürlichen Einflüssen jedoch zunehmend fragiler. Das eigentliche Problem, dem wir uns heute gegenübersehen, ist nicht der Klimawandel als solcher, denn der Homo Sapiens hat schon viele Klimawandel mitgemacht. Das Problem besteht darin, dass schon kleinste Unregelmäßigkeiten heute riesige Probleme verursachen, weil unsere technische Lebenswelt insgesamt instabiler geworden ist. Vor fünfzig Jahren konnten Züge auch bei dichtem Schneefall fahren, heute fallen Züge bereits aus, wenn mal bloß ein Zentimeter Schnee runterkommt. Von einem zunehmend fragiler werdenden Gesamtsystem existenziell abhängig zu sein, hat mit Freiheit nichts mehr zu tun.

Der Mensch glaubt, frei zu sein, weil er angeblich so viele Möglichkeiten hat, zwischen denen er sich entscheiden kann. Tatsächlich wird aber jeder Mensch zuerst einmal erzogen, was seine Möglichkeiten schon ziemlich einschränkt. Dann durchläuft jeder Mensch ein Schulsystem, das seine Möglichkeiten weiter einschränkt. Was die Berufsausbildung angeht, kann ein junger Mensch lediglich wählen, wo in diesem arbeitsteiligen System er sich eingliedern, welches Rädchen er spielen will. Wer sich einer Berufsausbildung und den sonstigen Regeln verweigert, wird vom System ausgespuckt. Irgendwer hat mal gesagt, dass es in Deutschland eine Einheitspartei mit unterschiedlichen Farben gibt und man immer nur diese eine Partei wählt, egal, ob man nun rot, grün, schwarz oder gelb ankreuzt. So steht es mit unseren Wahlmöglichkeiten. Bei näherer Betrachtung entpuppen sie sich als unbedeutende Akzidentalien, nicht als Essenzialien.

Wenn der Mensch das Tier ist, das sein Innenleben veräußerlicht, so finden natürlich auch der innere Beobachter, der Richter und der Kontrolleur ihre realen Entsprechungen in der von Menschen geschaffenen Lebenswelt. Schon immer haben Menschen einander kontrolliert. Diese Aktivitäten haben sich in Institutionen, Organisationen und Ämtern mit den entsprechenden Berufsbildern nicht nur schon längst verselbständigt, sie bekommen in einem zunehmend komplexer werdenden Gesamtsystem  auch immer mehr Gewicht. Heute kann kaum ein Mensch sein Haus noch selber bauen. Daran sind nicht nur mangelnde Fähigkeiten, sondern auch die eskalierende Flut von Vorschriften schuld, die der Gesetzgeber oder irgendeine EU-Kommission erlassen hat.

Tiere ob ihres vermeintlich gencodierten Instinkts als unfrei und gesteuert zu bedauern, entspringt dem Neid derer, die sich inzwischen in der Unfreiheit zuhause fühlen. Ich fürchte, die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, wie sich Freiheit wirklich anfühlt.

32 Kommentare zu “Freiheit, die ich meine …

  1. Instinkt funktioniert wie die Saite, die anfängt zu schwingen, wenn eine kompatible Schwingung auf sie trifft – es entsteht Resonanz.
    Instinktives Verhalten ist also so eine Art ‚Resonanz‘ auf Umweltbedingungen.
    Ein spontaner Reaktionsfilter, der aus einem gut sortierten und über Jahrmillionen wohl bewährten Köcher der Möglichkeiten blitzschnell treffsichere Aktionspfeile verschießt.
    Gut gemacht.

    Dem gegenüber:
    Ein sogenanntes ‚Bewusstsein‘ (das ja immer noch keiner auch nur ansatzweise erklären kann bzw. seiner strukturellen wie funktionellen Identifizierung harrt, ähnlich wie die ‚Psyche‘ auch, über das aber unglaublich viele unglaublich viel Unglaubliches zu berichten haben 😉 ), das mit komplexen Situationen extrem rasch überfordert ist, weil nur 64bit/sec. verarbeitend, das sich auf simple Algorithmen zurück ziehen muss in der Entscheidungsfindung, die den komplexen Aufwand eines Großhirns nachgerade als komplette Fehlinvestition erscheinen lassen müssen und dabei noch gewissen gefühlstechnischen Störfaktoren in der Erhebung von Beurteilungen unterliegt, wie Eitelkeit, Stolz, Gier, Neid, Versagensangst, Schuld, Hass, Faulheit, Feigheit etc.
    Schlecht gemacht.

    Die postulierte ‚Freiheit‘ des Menschen ist schon deshalb ein schlechter Witz, – wobei das Tier in der Tat sehr viel besser abschneidet! -, weil der Mensch in der Regel (sic!), sich ständig vor Handlungen fragen muss:
    Darf ich das? Nimmt mir das wer übel? Kann das berufliche, private, gesellschaftliche Negativa nach sich ziehen? Was riskier ich damit finanziell, statusmäßig, beziehungstechnisch, karrierebezogen etc.? Wie sehe ich dabei aus? Sieht das jemand (je nachdem positiv oder negativ in der Konsequenz)? usw.usf.
    Er zensiert sich also selbst durch einen schier unendlichen Katalog an Konsquenzabgleichen, die aber weniger der Sache AN SICH geschuldet sind (ist das AN SICH richtig oder falsch?) als vielmehr den BEFINDLICHKEITSFOLGEN (wie fühle ich mich dabei, danach wohl?).
    Wer zensiert wird, kann nicht frei sein.
    Wer sich zensiert, macht sich unfrei.
    Das wäre nicht weiter tragisch, wenn nicht dabei die meisten so tun als würden sie sich frei entschieden haben und deswegen die Rationalität vergewaltigen, Kalküle herbeiphantasieren oder Fake-Faktizitäten produzieren würden, die unsere Wahrnehmung der Realität noch mehr verzerren als dies eh schon der Fall ist, mit entsprechend verqueren Folgen.
    Um das vor sich wiederum rechtfertigen zu können, muss er ein Rollenbild von sich entwerfen und dem auch noch entsprechen, was ihn zu weiteren Verrenkungen veranlasst, um diese turbulenten Gedankentwists abzutanzen.

    Das Tier hat da einen wesentlich ungetrübteren und zutreffenderen Blick auf die Welt.

    Und der ‚Wille‘ – scheint mir mehr ein Ergebnisvektor der Abschätzung von Befindlichkeitsfolgen zu sein als Resultat rationaler Denke.
    Wäre er letzteres, dann hätte er eine Existenzberechtigung vulgo ‚Sinn‘, so aber ist es sogar nur eine Potenzierung von Inkompetenz in Sachentscheidungen – „Der Chef will es so. Basta.“
    oder „Ich will aber eine Barbie/Action-Man zum Geburtstag!“.

    Wille ist hierzulande definiert als Freiheit zur Blödigkeit.
    „VisaCard – DIE Freiheit nehm ich mir!“ – genau, man nimmt sich selbst die Freiheit, indem man sich freiWILLIG in die Schuldnerschaft begibt. Sehr schlau, das.

    Wenn man sich dann noch mit den Kräften der Manipulation, Indoktrination und Konditionierung beschäftigt bleibt vom freien Willen nicht mehr als ein Etikett auf ’ner Mogelpackung.

    Tiere unterliegen auch Regeln, aber die sind von der Natur selbst ausgegeben, für die Tiere nützlich, in der Zahl äußerst überschaubar UND gerecht.
    Beim Menschen ist es genau umgekehrt.
    Was sagt uns das?….

    • Instinktives Verhalten als (lebendige) Resonanz auf Umweltbedingungen: ja, genau! Resonanz ist gleichzeitig geistig wie materiell zu verstehen. Aus Resonanz bestehen sämtliche Bindungsverhältnisse, die wir kennen, und aus den Bindungsverhältnissen, diesem Schwingen umeinander, diesem Ausloten von Nähe UND Distanz, baut sich alle Materie auf. Wenn man diesen Gedanken weiter folgt, kommt man dazu, dass Geist und Materie identisch miteinander sind, und das, was wir Geist nennen, ursprünglich als Gefühl repräsentiert ist, das identisch mit dem Instinkt ist. Instinkt wäre dann so was wie die Einfaltung des Äußeren im Inneren als einheitliches Gefühl, während man Wahrnehmung als Ausfaltung des Inneren im Äußeren als Vielfalt verstehen könnte. Ein- und Ausfaltung ist aber derselbe Prozess, nur von zwei unterschiedlichen Standpunkten betrachtet, so wie das Herstellen von Nähe und Distanz ja auch derselbe Prozess unter umgekehrten Vorzeichen ist: Das Herstellen von Nähe bedeutet die Verminderung von Distanz, und das Herstellen von Distanz die Verminderung von Nähe.

      In einer ersten Aufspaltung macht sich dieses Kohärenzgefühl (Instinkt) als Lust und Unlust bemerkbar. Empfindungen (Hunger, Kälte), Emotionen (Freude, Zorn) und schließlich Bewusstsein sind nichts anderes als weitere Fragmentierungen des ursprünglichen Kohärenzgefühls. Ein Bruchstück des Bruchstücks wie das Bewusstsein ist eben nicht das Ganze. Hauptsächlich ist Bewusstsein eine Instanz, die sich an sich selbst entzündet, wie eben das Feuer.
      Das würde jedoch heißen, dass alles was ist – alle Materie – auf der Innenseite das Kohärenzgefühl ist. Also vermutlich auch der Stein.

      Wie Du an anderer Stelle gesagt hast: die Tasse ist schon zerbrochen. In den ursprünglicheren Zustand, wie ihn Tiere leben, können wir als Menschen nicht mehr zurück. Und wenn man der Spur des Feuers folgt, erkennt man, dass wir als Menschen auch gar nicht anders konnten, als uns zu Menschen zu entwickeln. Damit müssen wir halt irgendwie zurechtkommen. Ein erster Schritt, mit dem Menschsein zurechtzukommen, wäre aber schon mal ein nüchterner Blick, dahingehend, dass wir Tieren keineswegs überlegen sind, bloß weil unser Kohärenzgefühl zerbrochen ist und unser Bewusstsein sich an sich selbst entzündet und einen Feuerbrand verursacht hat.

  2. Nachtrag:
    das ‚Tier des endlosen Outsourcing‘

    Wir sourcen ja in der Tat ALLES aus, was uns outsourcbar erscheint.
    Mittlerweile sind wir beim Identitätskern des Menschen angekommen und outsourcen Intelligenz wie Bewusstsein (bzw. das, was wir dafür halten) an Maschinen aus.
    Was passiert mit der Belegschaft einer Firma, wenn deren Kernkompetenzen outgesourct werden? – Richtig, die wird entlassen.
    Der Mensch kündigt mit der Einführung der KI nicht nur diese an, sondern auch sich aus dem Evolutionsgeschäft.
    Der Mensch als Ladenhüter des Lebens auf der RNA-Reste-Rampe zum Verramschen.
    Gefällt mir.

  3. Also, ehrlich: was soll das? In dem Artikel mit dem Labyrinth werden Regeln und ethische Werte und all der Scheiß in den Himmel gelobt, als Überlebenshilfe und was weiß ich. Und jetzt in dem Artikel kommt das Gegenteil. Sollen ich jetzt alle Regeln wieder in den Wind schießen und wieder zum Tier werden, oder was? Und das mit dem Instinkt ist eh Quatsch. Früher hab ich mal eine Zeitlang auf mein Bauchgefühl gehört. Hat echt nix gebracht.

  4. @ clairefontaine
    Mit ‚Regeln‘ sind weder die 10 Gebote noch das Gesetz noch die 108 ultimativen Lebensweisheiten des Dalai Lama gemeint oder ‚Brigitte’s todsichere Dating-Tips‘.
    Hier sind Regeln gemeint, die SIE SICH SELBST geben können, die sich darstellen durch eine persönliche, individuelle Struktur IHRER Natur und daraus ergeben.
    Ihr Verhalten, Ihre Befindlichkeiten, Ihre Einstellungen folgen letztlich einem bestimmten (weil in Ihnen durch Ihre Verfasstheit bedingte Struktur) Muster.
    Dieses Muster kann man auch ‚Regel‘ nennen und, sofern man es sich bewusst gemacht hat, daraus Orientierungsrichtlinien für sich formulieren, die verhindern sollen, dass Sie unnötig, weil vermeidbar, mit sich selbst in Konflikt kommen und letztlich damit auch mit Ihrer Umwelt und sich so schaden.
    Das widerspricht in keinem Punkt Ihrem Instinkt, denn Ihr Instinkt ist wesentlicher Bestandteil bzw. Ausdruck Ihrer strukturellen (physisch, psychisch) Verfasstheit, aus der sich, wie gesagt, Ihre Verhaltensnormen und damit -regeln ergeben können.
    Der Instinkt ist Ihr Indikator, die Regel der Motivator dem, also eigentlich sich, vollumfänglich zu entsprechen / entsprechen zu können.

    Wenn persönliche Regeln und dergleichen für Sie ‚Scheiß‘ sind und der Instinkt aka ‚Bauchgefühl‘ eh Quatsch ist – was bleibt Ihnen denn dann noch?
    Der Verstand???
    DER Verstand, der sich noch nicht mal selber versteht?
    DER Verstand, der keinerlei bewussten Zugang hat zu den anderen 90%?
    DER Verstand, der darauf angewiesen ist, dass ihm ETWAS BEWUSST WIRD – also ihm etwas geschieht, ohne dass er dies kontrollieren oder gar erzwingen könnte?

    Der Verstand hat eigentlich nur eine wirkliche Aufgabe:
    Die einem selbst bewusst gewordene wahre Verfasstheit zu verbildlichen, zu analogisieren und daraus eine Orientierungskarte für sich in Zeit und Raum zu formen, weil die Übersicht über Zeit und Raum ein Zusatzvorteil, eine Instinkt-Extension ist, die besser gewährleisten kann nicht mit sich und seinem Umfeld in Konflikt zu geraten als alleinige instinktive Spontaneität – zumindest in komplexeren Beurteilungssituationen.
    Ob die Natur damit einen genialen Schachzug vollbracht hat oder letztlich einen Rohrkrepierer wird sich zeigen.

  5. Als ich auf mein Bauchgefühl gehört hab, war ich blank mitten im Monat, dann gabs den restlichen Monat eben Spaghetti und Apfel. Hat mir nichs ausgemacht. War super, wenn dann wieder Geld aufm Konto war zum groß einkaufen und ins Kino und in die Fabrik, das ist ne Kneipe zum Abhängen. Aber dann ist mir ein Zahn abgebrochen und mein Bauchgefühl hat mir vorher nichts dazu gesagt, dass ich was sparen soll. Das hat über 800 Euro gekostet, und das Geld hatte ich nicht. Mit Kredit bei der Bank war auch nichts. Das war echt megapeinlich.
    Seitdem kommen gleich am Monatsanfang 150 Euro aufs Sparbuch. Mit dem Bauchgefühl will ich, das ich was von dem Geld abheb, aufm Konto ist Geld ja bloß Zahlen und Sparen bringt ej nichts, der Verstand sagt, aber dann bricht dir wieder ein Zahn ab und dann ist die Kacke wieder am Dampfen. Das ist keine Extension von was. Ich ärgere mich über mich selber, weil ich jetzt viel mehr über Geld nachdenk als vorher, und mehr Geld habe ich trotzdem nicht.

  6. @clairefontaine
    Da sind wir bei einem Kernproblem:
    Die Fixierung des Bewusstseins auf die Zukunft unter Vernachlässigung der Gegenwart.
    Das Bauchgefühl ist ja kein Prophet – Ihr verstand offensichtlich ebenso wenig, sonst hätter diese Möglichkeit einkalkuliert , die Wahrscheinlichkeit und deren Eintrittsbedeutung abgeschätzt und gegen das vorhandene bauchgefühl abgewogen und interveniert, gespart.
    Hat er aber nicht.

    Ist auch Blödsinn, ungefähr so schlau wie 40 Jahre seines Lebens irgendeiner ungeliebten Arbeit zu widmen, nur weil man ständig dabei nach der Rente schielt.
    Zähne können abbrechen, kenne ich auch.

    Aber mit der Argumentationslogik von Ihnen dürfte man wohlweislich nirgends drauf beißen, denn man könnte sich ja grundsätzlich immer etwas abbrechen.
    Schon der Biss in ein unverdächtiges Brötchen kann dies zur Folge haben.
    Ich verkneife mir aber deswegen doch nicht weiter in Brötchen zu beißen 😉

    Außerdem werden hier Ursache und Wirkung nicht zutreffend verquickt.
    Der Zahn bricht so gut wie nie einfach so ab, der hat ne Vorgeschichte.
    Hier käme etwa der Verstand mit seinem Zeithorizont ins Spiel, mit Prävention, Prophylaxe.
    Aber selbst dann, wenn alles richtig gemacht wurde: shit happens.

    Außerdem haben weder der Zahn noch die Rente etwas mit IHNEN zu tun.
    Auch ohne Zähne und Rente kann man sich selbst entsprechen und u.U. gesünder, zufriedener leben als die mit Vollimplantat und voller Börse.

    Und falls das jetzt mit dem „Geld macht vielleicht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein“ kommt:
    Unter meinen Vorfahren waren Millionäre, die von heute auf morgen alles verloren – nicht durch eigene Fehler, durch Krieg, Währungsreform oder schlichte Inflation.
    Geld garantiert also rein gar nichts, außer dass man böse überrascht werden kann.

    Vor lauter Vorsorgeangst wird zwar für die Zukunft gespart, aber das Jetzt geht dabei pleite und seltsamerweise hat man damit erst recht keine echte Zukunft.

    Ihre Aussage ist einer Zukunftsangst geschuldet, die aber so überhaupt keinen Sinn macht, weil ssie Sie davon abhält unbelastet, entpsannt Ihr Jetzt zu genießen.
    Falls dieser Genuß des Jetzt allerdings für Sie davon abhängen sollte, dass zukünftige Jetzte quasi sicher im Erwartungstäschchen gebunkert sind, werden Sie ewig enttäuscht und damit unzufrieden bleiben müssen, weil das eben nun mal nicht geht.

    Ich war lange genug im Rettungsdienst, um ganz genau zu WISSEN, dass jede Sekunde meine letzte sein kann. Menschen wurden aus dem Leben gerissen, die hatten alles richtig gemacht – tja.
    Sitze ich jetzt mit Schweißperlen auf der Stirn und denke: „Ogottogott, hoffentlich lebe ich noch lange genug, um diese ‚eminent wichtigen‘ Zeilen zu vollenden, es kann mich ja jederzeit erwischen?!“ – Nö.
    Habe ich Angst einzuschlafen, weil ich jederzeit morgen nicht mehr aufwachen kann? Nö. ich habe einen Bombenschlaf.
    Was sollen denn da bitte unsere Altvorderen zu sagen, ddie 99.9% von dem nicht hattten, was wir heute haben???
    Die konnten bestimmt nicht mal wilden Hafer sammeln gehen, weil ihnen die Knie vor Zukunftsangst dermaßen geschlottert haben, dass an Sammelngehen nicht zu denken war 😉

    Wie schon oben angemerkt:
    Der Instinkt ist ein Resonanzphänomen – es kann folglich auch immer nur auf die aktuell eingehenden Schwingungen reagieren, es kann diese nicht vorwegnehmen.
    Das kann der Verstand aber auch nicht.
    Der bildet sich das zwar ein, aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

  7. Auf die Geschichte mit den Millionärs-Onkeln fall ich nicht rein. Jede Wette, dass die außer ihren Millionen auch Häuser, Grundstücke und goldene Kerzenleuchter hatten. Auserdem macht es nen Unterschied, ob alle zusammen auf einen Schlag arm werden, oder ob alle davon ausghen, das du locker mal 800 Euro übrig hast. Der Shit war nicht der abgebrochene Zahn. So was passiert halt. Der Shit war die Rechnung.

    Es geht mir hinten am Arsch vorbei, ob ich Geld hab oder keins, solande ich keine Rechnungen bezahlen muss. Geld ist nich dazu da, um glücklich zu sien, sondern um Rechnungen zu bezahlen. Es ist voll eklig, wenn man einem anderen was schudlig ist. Deshalb hab ich aber noch lange keine Zukunftsangst, das ist Quatsch.

    Von irgendwas muss man leben, da kann man sich selber entsprechen, wie man will. Mit nem löchrigen Gebiss wird man wie nen Asozialer behandelt und kriegt viel schwerer einen Job. Ich entsprech mir nicht selber, wenn ich wie ne Asoziale behandelt werd. Das isrt nämlich auchn Resonanzphänomen.

  8. ich hab’s gott(oderwemauchimmer)seidank nicht nötig Parabeln zu erfinden, was ich sage ist wahr und mir kann es letztlich wurscht sein, ob mir das jemand abnimmt, wenn ich eigentlich nur versucht habe, der Situation einen weiterführenden Aspekt abzugewinnen, weil ich das für ‚ziel’führender halte als ständig sich in seiner Ablehnung von allem anderen zu baden wie Sie es leider tun?!

    Auch gut.
    Wenn Sie es partout so haben wollen, wie Sie es beschreiben (und man ist leider immer selber Teil solcher beklagten Geschichten – die resonanz auf reparierte Zähne scheint ja auch nicht wirklich besser gewesen zu sein, sonst wären Sie anders drauf), dann bekommen Sie vermutlich genau das, was Sie eben ‚verdienen‘, da Sie es eh nicht anders möchten 😉
    Sonst würden Sie nicht so mimosig auf das hier Gesagte abgehen.
    Unfreundlich ist mir die Welt auch so schon genug, deshalb verzichte ich hiermit auf einen weiteren Dialog mit Ihnen, sorry.
    Trotzdem: Ihnen zukünftig möglichst wenig negative Resonanz 🙂

  9. Interessanter Beitrag. Aber wer fühlt sich denn Tieren gegenüber überlegen? Manche Tiere sind uns in den einen Dingen überlegen, manche Tiere in anderen und in einigen Dingen sind wir Tieren überlegen (Z.B. sind Menschen die ausdauerndsten Läufer unter allen Tieren, wer hätte das gedacht?). Überlegen sein ist ja nichts totales. Genauso wie es keine totale Freiheit gibt. Im Artikel und noch viel deutlicher in den Kommentaren geht es mit dem Freiheitsbegriff drunter und drüber. Und das ist kein Wunder, denn Freiheit ist ja nicht „die Freiheit“, sondern immer die „Freiheit zu etwas“ oder die „Freiheit von etwas“ bestimmten.

    Eine Aussage wie „Tiere sind freier als Menschen“ oder umgekehrt ist also komplett sinnlos, weil unspezifisch. Ein Bär kann sich insofern freier zwischen Kanada und den USA bewegen, als dass er keinen Reisepass braucht. Dafür fehlt ihm aber die kognitive Offenheit und damit die Freiheit zum Beispiel in Berlin oder München (in Freiheit) zu leben. Das sind doch ganz andere Arten von Freiheit.

    Ich würde zustimmen, dass wir keine Freiheit von Beobachter, Kontrolleur und Richter haben, die man bei Tieren annehmen kann (wenn es überhaupt sinnvoll ist, Wesen, die frei von Selbstbeobachtung sind, mit uns zu vergleichen). Aber das ist eben Intelligenz: ein flexibles System von Werten und Erfolgsmessern. Das ist viel flexibler als ein starres Regelsystem wie bei Instinkten. Insofern ermöglicht Intelligenz mehr Freiheit im Handeln. Aber es macht kein Sinn, das eine oder das andere mit einem absoluten Freiheitsbegriff zu belegen.

    Ganz lustig sind ja Sätze wie der von mottnik: „Das Tier hat da einen wesentlich ungetrübteren und zutreffenderen Blick auf die Welt.“ 🙂 Das ist immerhin komplette Freiheit von Erkenntistheorie.

    • „Ganz lustig sind ja Sätze wie der von mottnik: „Das Tier hat da einen wesentlich ungetrübteren und zutreffenderen Blick auf die Welt.“🙂 Das ist immerhin komplette Freiheit von Erkenntistheorie.“

      ‚Das ist immerhin komplette Freiheit von Erkenntnistheorie‘ – Ist das eine Eigenanalyse?
      Das Geschwafel von der Intelligenz als flexiblem System von Werten und Erfolgsmessern kann nur jemandem einfallen, der mangels Erkenntnis und/oder falschen Wertparametern inclusive dubiosen Erfolgsmessern (die ja alle weder spezifiziert werden, noch nachvollziehbar als eben dies belegt werden) maximal unkritisch die Ergebnishaltigkeit des sogenannten intelligenten Wirkens des Menschen als flexibel und erfolgreich einstuft. 🙂

      ‚Intelligenz ermöglicht mehr Freiheit im Handeln‘? – Ach, da ist ja jemand völlig fei von erkenntnistheoretischem Ballast und schwebt so argumentativ haltlos über substanzlosen Weiten dank sêiner Aufgeblasenheit:

      Was ist das für eine bemerkenswerte Freiheit der Wahl, wenn ein Sklave der Umstände sich seinen Herrn aussuchen darf?
      Es wird ja gerne von so Freiheitsschwadroneuren wie Ihnen ins Feld geführt, dass der Mensch die Wahl der Erkenntnis, daraus folgend die Wahl des Handelns habe und so die Freiheit der selbstgestaltenden Glückseligkeit hätte – völlig ignorierend, dass die den Handlungsspielraum bedingenden Umstände zu, sagen wir mal plakativ: 99% festgeschrieben sind, diktiert werden oder nur zufällig wandelbar sind.
      Und dass der jämmerliche Rest dazu führt, dass Leute wie Sie sich entscheiden können vom Baum zu steigen, sich in ein lächerliches Jäckchen und Mützchen zu kleiden, auf den Leierkasten zu setzen und sich dort zum Affen zu machen, während determinierte Musik spielt, die sie weder komponieren können, noch aussuchen dürfen.
      Und dabei kommt sich das Äffchen als etwas Besseres vor wie sein Cousin, der Affe im Wald.
      Sehr witzig.

      Mit Ihrer blamablen Selbstdemontage durch inkompetente und persönliche Diffamierung (hier haben Sie halt einen Spiegel vorgehalten bekommen) empfehlen Sie sich einfach nicht für eine das Sujet durchdringende Ernsthaftigkeit.
      Sie sind ein selbstgefälliger, arroganter Schwätzer – gerne, aber ohne mich.

      • Sorry, dass ich Sie dermaßen aus der Fassung gebracht habe. War doch nicht persönlich gemeint. Ich hoffe, es geht wieder?!

    • Wenn Du mich fragst, ob ich mich schon mal absolut frei gefühlt habe, antworte ich: ja, und zwar einmal in einer lebensgefährlichen Situation. Es war nicht so, dass ich in diesem Fall zwischen vielen Überlebens-Möglichkeiten wählen konnte und mich deshalb frei fühlte, wahrscheinlich gab’s überhaupt nur eine einzige Möglichkeit zum Überleben und zum Wählen war sowieso keine Zeit, sondern es hat sich eher angefühlt, als hätte sich der ganze kognitive Apparat schlagartig in Luft aufgelöst, als würde im Gehirn absolute Funkstille herrschen. Heute überwiegt die Erinnerung an dieses Moment der Freiheit die Erinnerung an die reale Gefahr, und das verblüfft mich immer noch, Jahre danach. Diesem Erlebnis am nächsten kamen Erfahrungen im kanadischen Urwald. Die Angst vor Bären, Pumas und Wölfen war hier zwar unterschwellig spürbar immer da – das Gehirn war also nicht komplett abgeschaltet -, trotzdem war es nach zwei, drei Tagen so, als würde auf einmal mein Körper erwachen und die Führung übernehmen. Das war nicht nur verbunden mit einem Gefühl neuer Lebendigkeit, Frische, Gesundheit,(obwohl von zahllosen Moskitos zerstochen), sondern auch von einer mir bis dahin unbekannten Freiheit. Dem steht die Erfahrung des Flows gegenüber, wo man von einer Art Welle getragen wird, was sich gut anfühlt, aber längst nicht dasselbe Freiheitsgefühl verursacht.

      Worauf ich hinaus will: weder Fähigkeiten (Laufen, Intelligenz) noch Wahlmöglichkeiten haben was mit diesem (von mir erlebten) Gefühl von Freiheit zu tun. Wenn man Freiheit als Vielzahl von Fähigkeiten oder Möglichkeiten definiert, bewegt man sich innerhalb eines Konzepts von Freiheit, aber dieses Konzept hat mit der erlebbaren Freiheit eben überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil. „Freiheit zu etwas“ und „Freiheit von etwas“ sind bereits Einschränkungen, die daher kommen, dass der Begriff Freiheit konzeptuell verwendet wird.

      Das Gefühl von Freiheit entsteht, wenn man mit sich selbst und der Außenwelt in größtmöglicher Übereinstimmung oder (wie Mottnick vorschlägt) in Resonanz ist. Ich gehe davon aus, dass jedes wild lebende Tier in eben dieser Resonanz lebt. Ein Tier trifft in diesem Sinne keine Entscheidungen wie der Mensch. Eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten treffen zu müssen, ist in Wahrheit nicht Freiheit, sondern Einschränkung. Mit einem Teil Deines Bewusstseins bist Du bei Möglichkeit a), mit einem anderen Teil bei Möglichkeit b). Du bist, wenn Du eine Entscheidung triffst, in Dir also schon gespalten, und eine solche Spaltung zerstört das Freiheitsgefühl. Je mehr Möglichkeiten Du siehst, desto gespaltener bist Du letztendlich.

      Dass Intelligenz ein flexibles System von Werten und Erfolgsmessern ist, ist übrigens ein Mythos. Intelligenz funktioniert weitaus mechanischer und vorhersagbares als Instinkt, deshalb ist Intelligenz letztendlich ja auch mechanisch reproduzierbar, Stichwort: Künstliche Intelligenz. Instinkt ist viel weniger ein starres Regelsystem. Wäre er das, gäbe es schon längst mechanische Tiere, die von natürlichen nicht zu unterscheiden wären. Es ist einfacher, künstlich einen Menschen nachzubauen als ein Tier.

      • Das Beste fehlt ja noch:
        Die sogenannte ‚Intelligenz‘ trifft Entscheidungen im überwiegenden Maßae er/kenntnisfrei, da es für diese Form der Informationsverarbeitung gar nicht genügend Erfassungs- u. Verarbeitungskapazität für alle faktisch relevanten Faktoren, Bezüge, Wechselwirkungen gibt und erkennt und anerkennt selbst dieses Faktum nicht einmal?

        Diese Erkenntnisintelligenz ist nicht anders als die Pharmaindustrie, die glaubt erkannt zu haben, dass man z.B. mit Wirkstoff A Symptom oder Krankheit B lindern oder gar heilen kann, dabei aber die Symptome/Krankheiten C-Z erst erzeugt und dies weder erkennt, noch daraufhin ihre Vorgehensweise ändert, geschweige denn ein Erkenntnisrezept für das selbst erzeugte Ungemach hätte und gleichzeitig postuliert: wenn es sie nicht gäbe, dann sähe es viel schlimmer aus.

        Und das mit der – äh – ‚Wahlfreiheit‘ ist auch ausgemachter Blödsinn, weil es ja nie zwei völlig wertidentische Alternativen geben kann, also immer eine Differenz zu den Dispositionen und Affinitäten gilt, die bereits eine vorbewusste Filterung veranlassen, wie man es ja über etliche Praxistests immer wieder feststellen kann.
        Wenn ich mich im Falle von ‚Apfel oder Birne?‘ ‚entscheide‘, werde ich quasi entschieden, aber ganz gewiss nicht durch erkenntnistheoretische Vorgänge, sondern durch mein Gefühl, meinen Geschmack, meine latente Erwartungshaltung oder ein unbewusstes Bedürfnis etc.

        Das gilt selbst für vermeintlich maximal abstrahierte Vorgänge wie im Schach, wo man unschwer feststellen kann, dass es auch hier gefühlsaffektierte Präferenzen gibt, die sich in das Spiel ‚einschleichen‘ und es so prädeterminieren, selbst wenn ein Dutzend vielversprechender und augenscheinlich spieltechnisch gleichwertiger Züge zur Auswahl stehen.

        Oder spieltheoretische Überlegungen, wo das erkenntnistheoretische Primat z.B. nicht eine sinnvolle mathematische Gleichung hat (die, btw. auch die Wenigsten korrekt berechnen können), die aber selbst von denen, die sie kennen, oft genug nicht eingesetzt wird, weil andere, nicht kognitive Einflussgrößen auf den Entscheidungsprozess Vorrang genießen.

        Erschwerend kommt ergänzend hinzu, dass das erkenntnistheoretische Kalkül ja selten ‚eo ipso‘ vollzogen wird, sondern eine Mischkalkulation darstellt z.B.:
        Selbst wenn es eine einzige richtige Antwort gibt und diese erkannt wurde, wird oft genug dem nicht entsprochen, weil es fast immer Sekundärprozesse, -resonanzen gibt, die die durchaus korrekt erstellte Kalkulation in Frage stellen könne und dies auch meist tun (was sagen die Nachbarn, der Partner, die Kollegen, der Chef, die Kunden etc. dazu? Oder: Für das Geld – mache ich da jetzt lieber Urlaub für oder spendiere ich mir den Zahnarzt?) und man selbst im Falle der völlig zutreffenden Kalkulation – also der maximal zutreffenden Verrechnung aller bewussten Faktoren – ja immer noch nicht weiß (und dies auch nicht wissen kann!), was man alles nicht weiß bzw. eben nie wissen kann und was davon wiederum eigentlich in die Rechnung mit hinein gehörte, dies mangels Erkenntnismöglichkeit aber nicht integriert werden konnte!
        Spätestens hier wird klar, dass das ‚Erkennen‘ (sei es als analoger Abgleich, abstrakte Ableitung, Meta-Transposition etc.) bzw. dessen Selbstüberhöhung, selbst ein gefährlicher Trugschluss ist, ungeachtet seiner partiellen und isolierten Nützlichkeit.

        Und solange Affen mit Dartpfeilewerfen bessere Ergebnisse erzielen können als professionelle Broker steht der Beweis der erkenntnistheoretischen Überlegenheit nach wie vor zur Disposition 😉

        PS: Zuschlechterletzt – wenn man seit mindestens 2500 Jahren erkenntnistheoretischer Überlegenheit es bis heute nicht geschafft hat, das Bessere zum Standard zu machen – was soll das dann wert sein???

      • PPS:

        Die vorhin zitierte Nützlichkeit, ‚Überlegenheit‘ der ‚erkenntnistheoretischen Intelligenz‘ ist leider halt auch nur relativ, da die aus diesen Bereichen erzielte Vorteilhaftigkeit sich oft genug nur im isolierten Bereich so darstellen lässt, nicht aber, sobald man die ‚kalkulatorische Isolation‘ außen vor lässt und die Gleichung quasi ‚öffnet‘.
        Insulinerfindung – für Diabetiker eine prima Sache, für die Evolution von Diabetes aber leider auch.
        Penicillin – eine prima Erfindung von Pilzen (Fleming war nur der Abstauber!), aber eben auch Steilvorlage zur Evolution eines möglichen ‚Superkillers‘.
        Und so lässt sich das letztlich auch mit jedem technischen, systemischen Konstrukt fortführen.
        Eine aufrichtige Erkenntnistheorie kann halt dann leider nur das Scheitern ihres Lieblingssujets konstatieren.

      • Auf deinen letzten Absatz gehe ich mal nicht weiter ein, denn da behauptest du einfach irgendwelche Dinge, die mir schwer zu belegen scheinen. Aber ich verstehe jetzt besser, was du in deinem Artikel meinst, wenn du Freiheit sagst: Ein Gefühl, das sich einstellt, wenn alles zur Notwendigkeit wird. Das finde ich nachvollziehbar und du bist damit in guter oder besser großer Gesellschaft. Es stimmt, dass die Zunahme an Wahlmöglichkeiten nicht zu mehr Freiheitserlebnis führt, dazu habe ich selber schon ausgiebig geschrieben, z.B. in „Das Paradox unserer Freiheit“. Aber letztlich ist die Ablehnung von Pluralität, von Wahlfreiheit, ja sogar von politischer Freiheit ein sehr regressives Freiheitsverständnis, dass eine politische Dimension hat. Zum Beispiel machen sich Diktaturen diese „Entlastung von der Freiheit“ zu nutze, indem sie Menschen enge Bahnen des gesellschaftlichen Lebens vorschreiben bis hin zur Verweigerung der Ausreise aus den Diktaturen. Jetzt sollte man meinen, dass sich Menschen dagegen auflehnen und das tun manche auch, aber mit dem erstaunlichen Effekt, dass sie danach die neu gewonnene Freiheit ablehnen und es kommt zu solchen Phänomenen wie „Ostalgie“ nach dem Zusammenbruch der DDR. Wenn man deinen Gedanken zu Ende denkt, dann kommt man zu dem Schluss, dass man nur im Tod richtig frei wird. Und das hat auch wieder politische Dimensionen, wie wir wissen…

        Ich habe übrigens in meinem Artikel „Spontane Glücksmomente“ ein ganz ähnliches Freiheitserlebnis geschildert (der mir auch auf dem Nordamerikanischen Kontinent zugestoßen ist), nur nicht in Todesnähe. Das lässt mich vermuten, dass wie jemand Freiheit erlebt auch stark mit dem Persönlichkeitsprofil, also der Psyche desjenigen zusammenhängt. Vielleicht hast du nicht dieselben Freiheitserlebnisse wie ich, was dann bedeuten könnte, dass deine Gedanken oben nicht ganz einfach zu verallgemeinern sind.

        PS: Mit dem Wort „Resonanz“ wäre ich im Moment vorsichtig, denn jeder schmeißt seit Hartmut Rosas gleichnamigen Buch mit dem Begriff um sich und denkt, er wüsste, was er bedeute. Wir sind ja alle gern so intuitiv… Was der Begriff aber eigentlich meint, ist ein Eingespanntsein in gesellschaftliche Netzwerke, die auf uns zurückwirken, die Antwort geben auf das, was wir sagen und tun. Auf Tiere trifft das sicher auch zu, aber weniger als auf Menschen.

      • Nun ja, es gibt schon ernsthafte Versuche, Menschen nachzubauen. Ich denke da an Hiroshi Ishiguro oder Henrik Schärfe, die Doppelgänger von sich anfertigen ließen. Im Moment merkt man zwar schon noch, wer der Doppelgänger ist, aber es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Unterschiede so verschwimmen, dass man Original und Kopie miteinander verwechseln wird. Es ist leichter, einen künstlichen Menschen herzustellen als ein frei lebendes Tier, weil der Mensch seine Umwelt bereits in eine technische verwandelt hat. Dass der Mensch in einer technischen Umwelt lebt, hat über die Jahrtausende auch den Menschen verwandelt, technisiert sozusagen. Diese Technisierung ist eben genau das, was wir gemeinhin unter Intelligenz verstehen. Wir sind nur noch nicht in der Lage, uns das selbst einzugestehen. Versuche, wie die von Henrik Schärfe belegen meiner Ansicht nach schon, dass es leichter ist, einen Professor nachzubauen, der vor Studenten doziert, als eine Katze, die in freier Natur Mäuse fängt. Hast Du nicht neulich erst davon geschrieben, dass KI nach Kopernikus, Freud und Darwin die nächste menschliche Kränkung vorbereitet? Eben!

        Es macht schon einen Unterschied, ob der Mensch Lebens“notwendigkeiten“ akzeptiert oder eine von anderen Menschen gemachte Diktatur. Es besteht eine Tendenz, derlei Notwendigkeiten beliebig zu vermischen, weil der Mensch sich nun eben gern mal als Schöpfer aufspielt. Aber es ist nicht dasselbe. Doch das ist ein anderes Thema.

        Wenn ich beschreibe, was ich als Freiheit empfinde, lehne ich deshalb Fähigkeiten wie Intelligenz und Wahlmöglichkeiten nicht ab. Ich denke durchaus nicht, dass wir in den Status eines Tiers zurückkehren können. Wir müssen als Menschen leben, und dazu gehört nun mal, dass unser Innenleben fragmentiert ist. Ein zerbrochener Instinkt ist der Preis für Intelligenz, wie wir sie verstehen. Ich vertrete hier bloß die Ansicht, dass die Menschwerdung ihren Preis hat und wir diesen Preis auch bezahlen, mit unserer Freiheit, mit unserem Glück, mit unserer Unbeschwertheit. Wenn die Menschwerdung so toll wäre, wie wir uns das gegenseitig immer einzureden versuchen, gäbe es weder Kriegstote oder sonstige Gewaltopfer noch Kranke, Süchtige, Depressive. Und das sind nun mal nicht gerade so wenige, dass man sie bloß als reinen Kollateralschaden ab tun kann. Außerdem: wenn Menschwerdung so genial wäre, müssten wir uns das nicht ständig gegenseitig einreden. Müssen wir offensichtlich aber, denn wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit eben damit.

        Menschen ähneln darin doch Kindern, die singen, wenn sie in den Keller gehen. Unsere Menschwerdung erfüllt uns mit panischer Angst, die wir ständig verdrängen, weswegen wir ja keinen Augenblick innehalten können. Wenn Menschen nicht arbeiten, dröhnen sie sich ja mit sonstigen Aktivitäten zu. Deshalb ist auch die Unterhaltungsindustrie so wichtig.

        Ich denke schon, dass wir uns mit der Feuernutzung auf einen Weg eingelassen haben, den wir wohl zu Ende gehen müssen. Und bereits jetzt deutet vieles darauf hin, dass der Mensch seine biologische Basis, von aus unsere Vorfahren gestartet sind, dabei aufgibt. Ob das möglich ist, wird sich irgendwann herausstellen.

  10. @fingerphilosoph

    Es wurden und werden immer noch Experimente gemacht, um zum Beispiel mechanische Jockeys zu entwickeln – sowohl für Rennpferde als auch Kamele.
    Alle sind maximal kläglich gescheitert.
    Wenn noch nicht mal technische Kontrolle auf ein Tier kopiert werden kann, um wieviel weniger lässt sich dann das Tier selber kopieren?
    Dazu kommt erschwerend: so ‚banal‘ die Intelligenz einer Maus auch sein mag, wir verstehen sie ja nicht wirklich, weil sie eine black-box ist und bleibt für uns.
    Als Mensch kann man wenigstens sich selbst studieren und analoge Beobachtungen bei anderen machen, durch die sich vermeintliche Fakten, Regeln etc. ‚bestätigen‘ lassen.

    Man kann ja auch sehr gut sehen wie sich dies in Computerspielen auswirkt, wo die menschliche Darstellung (Aussehen, Bewegungsverhalten, KI) immer besser wird, Tiere jedoch lediglich leidlich gelingen (‚uncanny valley‘-Effekt) und befremden.

    Da Tiere zudem überwiegend von Instinkten geleitet werden, diese aber trotz ihrer scheinbaren Regelhaftigkeit eine erstaunliche Vielzahl unvorhersehbarer Reaktionen zulassen und gleichzeitig eben dies dem Menschen nicht wirklich zugänglich ist und er auf Anthropomorphismus ausweichen muss (der ’schnarchende Kolibri‘, der in Wirklichkeit unter normalen Umständen niemals solche Töne, noch dazu im ‚Schlaf‘ in der freien Wildahn von sich geben würde…etc.pp! https://www.youtube.com/watch?v=pj5huCuhD_Q).

    Die erstaunliche Emergenzhaltigkeit von Instinkten ist es ja, dass Tiere bis heute überlebt haben.
    Wären es rein ‚mechanische Regelkonstrukte‘, gäbe es sie heute nicht mehr.
    Die dummen Marsroboter haben nur Regeln, aber keinen Instinkt.
    Deswegen sind sie zum Scheitern verurteilt bzw. brauchen Monate, um irgendwie auf Umweltbedingungen, Ereignisse zu reagieren, die sie eigentlich gar nicht ‚verstehen‘ = interpretieren können, da niemand von den Programmieren auf dem Mars war.

    Der Mensch ist mittlerweile viel einfacher zu interpretieren, bzw. regeltechnisch zu simulieren, da er sich selbst degradiert hat durch ‚intelligente‘ Konstrukte wie Erziehung, Konditionierung, Manipulation, Indoktrination, Gesetze u.ä. – er ist jetzt in den meisten Fällen nur noch Regelbefolger, also genau so dumm wie ein Marsroboter.
    Deswegen ist es auch leichter Roboter zu entwickeln, die Menschen sehr ähnlich sind als Tiere, weil der Mensch sich bereits in weiten Teilen zu einem Roboter gemacht hat.
    d’accord.

  11. @Geist und Gegenwart

    Sie sind ein tumber Tor.
    dumm = tumb = taub = empfindungsschwach/-unfähig.
    Sie latschen hier autistisch durch die Texte und Ihre ‚Resonanz‘ darauf ist instinktiver gesteuert als jemandem lieb sein kann, der sich so einen klangvollen Titel verleiht 🙂
    Sie tragen Geist und Gegenwärtigkeit im Titel?
    Was soll das? Sie sind weder geistvoll noch gegenwärtig – Sie sind das Schlimmste, was ich von einem Menschen annehmen kann – extrem langweilig und reaktionsträge.

    Aus der Fassung bringen? Omg.
    Bringt man ein Klavier aus der Fassung, weil man eine Saite anschlägt und Resonanz erzeugt?
    Wie hohl kann man sich eigentlich noch präsentieren?
    Nicht dass mich die Antwort darauf interessieren würde, s.o.

    • @fingerphilosoph
      Klar müssen wir den Weg weiter gehen, gar keine Frage. Was mich fasziniert ist deine Beobachtung, Menschen würden sich (gegenseitig) einreden, es wäre so toll, Mensch zu sein. Ich beobachte genau das Gegenteil: Mehrheitlich sind Menschen naiv-romantisch und wünschen sich „zurück“ in einen paradiesischen, instinktiven, intuitiven Zustand. Dieser ganze Meditations-Hype kommt aus diesem Wunsch nach radikaler Vereinfachung, einem Zurücksacken in vorintelligente und vorbewusste Zustände. Menschen vergöttern Tiere (und quälen sie zum Abendbrot den Schlund runter), wünschen sich selbst in tierische Zustände zurück (und verhalten sich oft auch so). Alle wollen entschleunigen, zur Ruhe kommen, weniger Wahlmöglichkeiten, Downshifting, im Wald leben etc. Es gibt diese weit verbreitete und regressive Sehnsucht nach einem „Zurück zur Natur“. Ich will das auch gar nicht zynisch verurteilen, weil es sich aus einer Überforderung heraus erklärt. Es ist menschlich oder besser: kreatürlich, nicht ständig überfordert sein zu wollen. Aber es wundert mich, dass du die gegenteilige Diagnose stellst. Vielleicht, weil trotz aller Sehnsucht der „technische Fortschritt“ nicht aufzuhalten ist?

      • Es gibt zwei große Geschichten (Erzählkreise), mit denen Menschen ihr Menschsein erklären.

        Die erste Geschichte geht so: Wir Menschen sind spirituelle Wesen, göttlicher Herkunft, mit einem geradezu unglaublich hypergenialen, allmächtigen Bewusstsein ausgestattet. Leider haben wir unseren Ursprung vergessen, sei’s dass es mal einen Sündenfall gab (alte Version), sei’s dass wir einen Körper annehmen, um Erfahrungen zu machen und zu lernen (neuere Version). Wir sind momentan dabei, unser hypergeniales, gottgleiches, allmächtiges Bewusstsein zu entwickeln, wahlweise wiederzufinden, und wenn wir das erst mal erledigt haben, vermögen wir dank unseren Geisteskräften und unserer überwältigenden, reinen Liebe mühelos alles zu bewirken, was wir uns wünschen. Die schnöde Technik brauchen wir dann nicht mehr. Wenn wir meditieren und an uns arbeiten, kommen wir schneller dahin respektive zu unserem göttlichen Ursprung zurück. Und dann sind wir keine Menschen mehr, sondern Götter.

        Die zweite Geschichte geht so: Wir stammen vom Affen ab, aber dank rätselhafter Umstände, die wir gerade erforschen, haben wir eine unglaubliche, hypergeniale Intelligenz entwickelt, die uns über alles hinaushebt, was es sonst auf dem Planeten gibt. Wir haben Sprache, Schrift, Kultur, Musik, Religion und all das sammeln wir in Museen, weil es frühe Zeugnisse unser immer noch ständig wachsenden Genialität sind. Okay, wir haben im Laufe unserer unfasslichen Entwicklung ein paar Probleme wie den Klimawandel und sonstige Weltuntergänge verursacht, aber dank immerwährendem Fortschritt und der Überwindung unseres affenmäßigen Ursprungs, indem wir bspw. Veganer werden, werden wir diese Probleme in letzter Sekunde gerade noch rechtzeitig lösen und dann stehen uns wahrhaft paradiesische Zustände bevor, die wir allein unserer herausragenden Intelligenz, unserer unglaublichen Kreativität und unserer überwältigenden Geschicklichkeit verdanken. Und dann sind wir keine Menschen mehr, sondern Übermenschen.

        Von beiden Geschichten gibt es natürlich unzählige Varianten, manchmal werden die beiden Erzählkreise auch vermischt, aber die überwältigende Mehrzahl aller erzählten Geschichten handeln davon, was für unglaublich tolle Wesen mit unglaublich tollen Fähigkeiten wir Menschen doch sind. Und das müssen wir uns in immer neuen Erzählungen ständig gegenseitig bestätigen, weil die Fiktion natürlich schnell brüchig wird, wenn man in seinen Bemühungen nachlässt.

        Die Erzählvariante mit dem „zurück zur Natur“ wird in der Regel von Spirituellen erzählt. Die Wiederherstellung der Einheit des Menschen mit der Natur bedeutet für diese Spirituellen keine Regression, sondern Fortschritt, im Sinne der Rückkehr zum göttlichen Ursprung. Die Sehnsucht des Spirituellen gilt nicht dem ursprünglichen Naturvolk, sondern einer idealisierten Vorstellung eines spirituell hoch entwickelten Naturvolks, das solche schnöden Krücken wie Technik dank seines hoch entwickelten Bewusstseins nicht mehr nötig hat. Tatsächlich will ja niemand wirklich wieder ein Affe sein oder tatsächlich im echten Wald leben, sondern die Natur ist in Wahrheit nur noch beliebig manipulierbare Kulisse für einen spirituellen Zustand, der alles an Glück und Liebe übertrifft, was man sich vorstellen kann.

      • Aus der Diskussion hier, ist mir ein Problem hängen geblieben, dass ich jetzt in einem kleinen Artikel auf Geist und Gegenwart angerissen habe (kannst ja mal lesen, wenn du Zeit hast): Warum erleben wir uns als unfrei?

        Was ich dort nicht ausführen wollte, war eine Empfehlung zur Lektüre für dich (falls noch nicht gelesen): Arnold Gehlen hat sich mit dem Thema ganz grundlegend und ausführlich auseinander gesetzt. In seinen Büchern „Der Mensch“ und den zweiten Teil dazu „Urmensch und Spätkultur“, hat er versucht, lose an biologische Anthropologie anknüpfend, die Genese des „Mängelwesens“ Mensch philosophisch-anthropologisch und soziologisch nachzuzeichnen. Mängel meint dabei „die durch Antriebsüberschüsse auf der einen und Antriebsblockaden auf der anderen Seite destabilisierte Existenzbasis des Menschen, dessen Verhalten – im Unterschied zu den Tieren – nicht durch Instinkte gesichert ist. Verbunden mit einer spezifischen »Plastizität« ist der Mensch deshalb angewiesen auf Sublimierung, also auf die Umformung von Antrieben in »Dauerinteressen« und höher entwickelte Motive. So entstehen eine »Interessenarchitektur« und der Zwang des Menschen zur »Selbstzucht«“

        Was daraus auch für dein Zentralthema abzuleiten interessant wäre, ist die Frage, wie sehr die Nutzung des Feuers tatsächlich der initiierende Funke der Menschwerdung ist oder ob es eine sehr frühe von vielen noch folgenden Konsequenzen der Menschwerdung ist. Ich weiß es nicht und meine Lektüre Gehlens (wo es mir nicht um Feuer, sondern um Entfremdung ging) liegt lange zurück.

  12. Die Beschimpfungen von Mottnick an Gilbert Dietrich und ein Mail von Gilbert an meine private Adresse zwingen mich dazu, drüber nachzudenken, wie ich mit dem Kommentarbereich hier umgehe. Soll ich zensieren, löschen, nicht freischalten, billigen, tadeln, ermahnen, moderieren, eingreifen, mäßigen usw. und damit eine Funktion ausüben, die mir zutiefst widerstrebt, nämlich mich über andere erheben und sagen, wo’s lang geht? Ich will aus diesem Blog kein Herrschaftsinstrument machen und ich will auch nicht den Zensor spielen.

    Ich glaube, dass minimale Gewaltausübung und maximale Selbstverantwortung jedes Einzelnen die einzig tragfähigen Grundlagen menschlichen Miteinanders bilden.

    Mein Anliegen ist, zu erforschen, welche Rolle das Feuer bei der Menschwerdung spielt und was sich daraus für uns ergibt. Darüber möchte ich mit allen diskutieren, die sich auf die eine oder andere Weise ebenfalls dafür interessieren.

    • Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.
      Gilbert Dietrich hat keinen Grund sich zu beschweren, da er mit den Diffamierungen, unsachlichen Einlassungen, persönlichen Angriffen begonnen hat und sich zu keinem der von mir genannten Argumente, Faktenaussagen oder Faktenauslegungen meinerseits bequemt hat sachlich oder zumindest sachorientiert zu antworten.
      Da bin ich ein anderes Niveau gewohnt.
      Wer mit dem Feuer, um bei der Thematik zu bleiben, eben spielt, muss sich nicht beschweren, wenn es funkt.
      Die Andeutung, dass diese Entität GB sich tatsächlich auch noch feigerweise meint vor einer sachlichen Auseinandersetzung drücken zu müssen, indem er hier quasi Briefchen im ‚Diplomatengepäck‘ lanciert, zeigt, wessen Geistes Kind er ist.
      Wenn ich dann auch noch zuerst als Quasi-Unruhestifter ins Feld geführt werde, dann hat sich die Sache für mich eh erledigt.
      Ich werde hier nicht mehr unkommod werden, wenn es die ‚Wahrheitsliebe‘ selbsternannter Erkenntnistheorieapologeten verlangt 😉
      Gerne weiter über email, aber auf Kretin-Krawall a la Gilbert Dietrich kann ich sehr gerne verzichten.
      Kommentar überlasse ich Dir, ob Du diesen abschließend noch veröffentlichen möchtest oder eben nicht.
      Gutes Gelingen mit den Nicht-Erörterungen eines Schwadroneur-Schmocks.

    • Schöner offener Umgang mit dem Thema „Nettikette“ hier!

      Ich habe ja nicht um Löschung gebeten, sondern per E-Mail eine Meta-Diskussion zum Thema Kommentare auf Blogs angestrebt. Bevor ich dazu komme, kurz noch mein Eingeständnis, dass ich enorm verwundert war, diese krassen und nicht enden wollenden Beschimpfungen zu lesen, denn ja – ich war vielleicht auch nicht besonders höflich (Entschuldigung dafür!) – aber das ist nicht mit dem Ausmaß des Echos zu vergleichen. Zumal ich Nick Mott auch aus anderen gemeinsamen Publikationen wie der „Initiative Wirtschaftsdemokratie“ kenne, wo ich seine Ausführungen zu Pferd, Reiten und Systemtheorie sehr interessant fand und auch wohlwollend und ohne jegliche Szene kommentiert habe.

      Zu deinen Fragen habe ich meine eigenen Erfahrungen von Geist und Gegenwart: Wie du weißt sind Kommentare dort ohne mein Zutun sofort freigeschaltet, wenn jemand kommentiert. Der Grund ist, dass ich genau wie du nicht Polizei spielen möchte, sondern Menschen vertraue, dass sie ein Gespür für gerne (Gedanken) provozierende, aber respektvolle Sprache haben. Das ist nicht immer ganz schwarz/weiß, aber es klappt meistens. Ich behalte mir lediglich das Recht vor, Kommentare zu löschen, wenn sie die Schwelle übertreten, z.B. indem andere Leser beschimpft werden. Was hier von Nick Mott zu lesen war, hätte für mich diese Latte gerissen (aber jeder hat seine subjektiven Empfindungen dazu). Denn ich möchte nicht, dass meine Leser von anderen eingeschüchtert werden und sich nicht mehr trauen, das zu sagen, was sie denken. Ich maßregle auch nicht, sondern lösche und erkläre z.B. dass ich einen Kommentar gelöscht habe und warum.

      Du musst deinen eigenen Umgang finden, klar. Erfahrungen sagen aber, dass man in Kommentaren keinen Ton einreißen lassen sollte, den man nicht gern mit seinen eigenen Inhalten und Ansichten in Zusammenhang gebracht sehen möchte.

      Für Nick Mott hoffe ich, dass er zurück findet zu seiner alten und höflichen Form, in der er sich auf der „Initiative Wirtschaftsdemokratie“ präsentiert.

  13. PS: Ich bitte darum, dass dann auch konsequenterweise alle meine Kommentare gelöscht werden, denn eine Zensur meiner Aussagen aufgrund des Auftauchens eines unterirdischen Selbstkorrespondenten widert mich an.
    Dann bitte auch alles andere weg.
    Danke im Voraus.

    • Sorry, ich verstehe überhaupt nicht, was abgeht. Warum soll ich jetzt auf einmal Deine Kommentare löschen? Ich bin gerade dabei, mir die Sache mit der „black box“ Maus durch den Kopf gehen zu lassen, aber das muss bis morgen warten. Für heute habe ich genug von Feuerwesen und Hitzköpfen 🙂 .

  14. Gestern Abend habe ich über die Situation auf dem Blog nachgedacht und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

    Wenn ich Kommentare zuerst lesen will, bevor ich sie freischalte, dann deshalb, weil ich nicht will, dass mein Blog zweckentfremdet wird. Wenn ein Autor hier für sein Buch wirbt oder ein selbsternannter Guru für seine Heilslehre, werde ich das löschen. Ich werde diese technische Funktion aber nicht dafür benutzen, dem Kommentarbereich das zu verpassen, was derzeit im Mainstream als political correctness oder Nettikette eingefordert wird.

    Zu diesem Ergebnis bin ich aufgrund folgender Überlegung gekommen. Angenommen, Nick nennt mich hier einen tumben Tor, dann sagt Nick, was er denkt. Wenn ich hier auf political correctness, Höflichkeit oder Wertschätzung beharre, passiert folgendes:
    1. Nick denkt, ich bin ein tumber Tor, und sagt aufgrund der Vorgaben stattdessen, dass er meine Bemerkungen interessant findet. In diesem Fall zwingt meine Forderung nach political correctness Nick zum Heucheln.
    2. Nick darf gar nicht mehr denken, dass ich ein tumber Tor bin. In diesem Falle verpasst meine Forderung nach political correctness Nick eine Gehirnwäsche.

    Mir ist klar geworden, dass man Sprache und Denken nicht voneinander trennen kann. Wer eine bestimmte Sprache, einfordert, fordert damit ein bestimmtes Denken ein. Das gilt auch für die Forderung nach einer respektvollen und wertschätzenden Sprache. Respekt und Wertschätzung sind Dinge, die man nicht einfordern kann, sondern die der Andere einem freiwillig entgegenbringt oder gar nicht. Ich halte nicht viel von einer Mimosenhaftigkeit, die dem Gesprächspartner durch Beleidigtsein Respekt und Wertschätzung abluchsen will. Deshalb finde ich auch nicht, dass ich die Teilnehmer hier voreinander schützen muss. Ich traue jedem Teilnehmer hier zu, dass er sich selber verteidigt, was nun mit Gilberts letztem Kommentar ja auch geschehen ist. Sensibilität ist keine Waffe, um Respekt zu erzwingen. Echte Sensibilität hält nämlich ziemlich viel aus.

    Die Sprache zu regulieren, bedeutet, das Denken zu regulieren, und das ist ein Werkzeug der Diktatur. Was in einem Blog im Kleinen, gilt in der Gesellschaft und in der Politik im Großen. Es sind nicht zwei verschiedene Kategorien, es ist dasselbe.

    Auf ein Wort, Gilbert: Wenn Du Dich in Deinem Blog als Verteidiger von Pluralität, Demokratie und Freiheit darstellst und Dich gegen drohende Diktaturen à la Trump oder Erdogan wendest, während Du gleichzeitig Kommentare zensierst, die nicht in Dein Konzept passen oder von denen Du annimmst, sie vertreiben vermeintlich sensible Leser von Deinem Blog, sind Denken und Handeln in diesem Fall nicht konsistent. Zumindest für mich nicht. Ich seh da einen Widerspruch.

    Auf ein Wort, Nick: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“, sagst Du, aber meiner Ansicht nach hast Du in Deinem Wald eine Verstärkeranlage eingebaut. Jeden Ruf beantwortest Du gleich mit Gebrüll.

    Meiner Ansicht nach seid ihr beide gut im Austeilen, der eine tut es auf politisch unkorrekte, der andere auf politisch korrekte Art und Weise, am Austeilen ändert das jedoch überhaupt nichts. Wer austeilt, sollte allerdings auch einstecken können. Stattdessen droht jeder von euch beiden mit seinem Rückzug, wenn das Spiel nicht nach seinen persönlichen Regeln läuft. Der eine tut dies im Kommentarbereich, der andere in der privaten Mail. Das könnt ihr halten, wie ihr wollt. Ich werde Anwesende weder zensieren noch Reisende aufhalten.

    Mir geht es nicht um political correctness und noch weniger um Kuschelzwang. Ich möchte hier gern den Standpunkt von Anderen zu meiner „Feuertheorie“ hören und meine Ideen in der Diskussion mit Anderen weiterentwickeln. Wer mitmachen will, ist dazu eingeladen. Soviel dazu. Auf die noch offenen Kommentare gehe ich später separat ein.

    • Das finde ich eine respektable Position. Gut so. Ich glaube, dass ich als Mensch viel politischer bin und deine Position nicht für mich und meine Seite übernehmen würde. Denn mir geht es nicht darum, dass jeder sagen kann, was ihm gerade unreflektiert durch den Kopf geht, sondern mir geht es eher um Pluralität. Freiheit eröffnet man nicht, indem man alles erlaubt, sondern indem man Räume (mit Grenzen/Wänden) eröffnet, in denen Menschen sich frei bewegen können.

      In deinem Wort an mich gibt es ein Missverständnis: *Ich würde nie Beiträge zensieren.* Zensieren hat etwas mit Inhaltlichkeit zu tun. Ich lösche (und das kam in sieben Jahren zweimal vor) wenn Leute frei von Inhalten rummotzen, beschimpfen oder bedrohen. Im Zweifel würde ich eher nicht löschen. Zensieren würde ich nie. (Übrigens hat sich auch Nick Mott bei Geist und Gegenwart bereits lautstark zu Wort gemeldet, ohne dass ich da etwas gelöscht hätte. Er selbst hingegen löscht seine eigenen Beiträge hin und wieder. ) Und was mich in meiner Praxis bestärkt, ist dass es auf Geist und Gegenwart einer sehr schöne Kommentarkultur gibt, wo auf Rumbrüllen zugunsten eines inhaltlichen Austauschs verzichtet wird und es eben gar nicht erst nötig ist, sich Gedanken über löschen von Beiträgen zu machen.

      Ich möchte Leser einladen, frei miteinander zu diskutieren und sich inhaltlich mit einander auseinanderzusetzen. Das tun Leser nicht, wenn sie sich gegenseitig anbrüllen. Das verhindert eben genau das, was auch du möchtest. Und brüllen hilft – anders als sprechen und schreiben – auch nicht beim Denken. Aber wie gesagt, ich denke es gibt zu diesen Herausforderungen mehrere respektable Positionen und deine gehört dazu.

    • Klarstellung meinerseits:
      1. Ich ‚drohe‘ niemals und nirgendwo mit meinem ‚Rückzug‘.
      Das unterstellt mir, dass ich der Meinung bin, meine kommentierende Anwesenheit wäre aus meiner Sicht eine Art Druckpotential für oder gegen etwas – Schwachsinn. Entbehrt jeglicher Grundlage.
      2. ‚Jeden Ruf beantwortest Du gleich mit Gebrüll‘ – Aha, Soso. Also das ist jetzt wirklich eine völlig bescheuerte Pauschalisierung meiner Reaktion speziell auf GB.
      Zu behaupten ich würde brüllen und lautstark mich äußern ist im Zusammenhang mit den unsachlichen Reaktionen auf meine Versuche meinen Standpunkt klar zu machen ja wohl voll daneben. Wenn die Gemüter so sensibel sind, dass Widerworte – und nichts anderes waren meine anfänglichen Auslassungen auf seinem Blog – bereits derart hanebüchen kategorisiert werden, na dann Mahlzeit.
      3. Die ‚Verstärkerfunktion‘ ist in der Tat gegeben, weil GB und Ähnliche, nicht einmal auf faktische Argumente eingehen, sondern diese direkt personalisieren und desavouieren, wobei ich ehrlich gesagt keinen qualitativen Vorzug sehe, wenn jemand hinterfotzig leise mit vergifteter Klinge den Dolch in die Nieren versenkt, anstatt es mit dem Bihänder scheppernd lautstark auf die Rübe zu geben?! Meine beträchtliche Erfahrung auf diesem Sektor ( = Im Umgang mit autistischer Vergiftermanier) belegt eindeutig, dass darunter NULL Veränderung zu erwarten ist und außerdem letztlich Abstand davon genommen wir, mir unangemessen, weil unsachlich auf den Pelz zu rücken und das ist gut so. Muss nicht jeder teilen, interessiert mich aber in dem Zusammenhang auch solange nicht, wie man immer wieder versucht auf die Pseudo_PC_Tour gegnerische Positionen zu diffamieren.
      4. Ein Beispiel: gerade frisch im Kommentar des GB:
      „Denn mir geht es nicht darum, dass jeder sagen kann, was ihm gerade unreflektiert durch den Kopf geht, sondern mir geht es eher um Pluralität.“ Mir nunreflektiertes Verhalten zu unterstellen ist eine neuerliche, billige Provokation, die mich nach Auffassung des ach so korrekten Herrn GB als nicht ernst zu nehmenden Diskutanten (weil ja unrefelektiertes Zeug von sich gebend, was er ja auch nicht im differenzierten Bezug verlautbarte) stigmatisieren soll. Wer’s braucht…
      5. Tja, wer will kann sich ja meinen Kommentar auf seinem Blog anschauen und sich fragen, wo das ‚Rumgebrülle‘ durch mich statt gefunden haben mag 🙂
      „Und brüllen hilft nicht beim Denken“ – stimmt, aber vielleicht beim Wachwerden und Revisionieren des eigenen Verhaltens.
      6. Ich bin raus. Weil ich keine Lust habe mich einem selbsternannten Hoherichter gegenüber rechtfertigen oder von diesem zurecht weisen lassen zu müssen. Von Herrn GB kam laut meiner Bilanzierung in beiden Kommentarlinien nicht EIN EINZIGES ARGUMENT FÜR ODER GEGEN das, was ich zur Sache gesagt habe.
      PC-Netiquette-Laberei (auch so eine faschistoide Mogelpackung, weil wahlweise zensierend oder stigmatisierend – im schlechtesten Falle eben beides. Feines Instrument für diejenigen, die wirklich nichts aushalten, am allerwenigsten die ungeschönte Wahrheit) ist hier VOLLKOMMEN überflüssig.
      7. Und spätestens dann, wenn man bei einer Recherche feststellen muss, dass dies ach so ‚ungebührliche Betragen‘ meinerseits ja keineswegs Usus ist, wäre es angebracht, sich selbst als Beteiligter mit in Frage zu stellen.
      Das ist bei GB hier nicht einmal passiert, also ist ER der Unreflektierte hier und nicht ich.
      8. Habe ich einfach keine Lust mehr solche Listenorgien veranstalten zu müssen, um mich ordnungsgemäß verstanden und respektiert zu wissen. Falls jemand auf die Idee kommen sollte mir dann mit dieser unsäglichen Retourkutsche zu kommen: „Ja, dann muss man sich halt anders verständlich zu machen bemühen, um Respekt einfordern zu können.“ sage ich nur:
      „Dem Tauben ist es egal, ob ich Homer oder GB zitiere – er hört ja eh nicht zu. Und mit Nicht-Tauben hatte ich noch nie solche Probleme.“ – das könnte auch zu denken geben, wird es aber nicht, ist aber auch egal 😉

      Dem Fingerphilosophen wünsche ich weiterhin gutes Gelingen beim Elaborieren der elementaren Gedankengänge und für GB zum Abschied noch ein schönes Zitat:

      „Getretener Quark wird breit – nicht stark.“
      Johann Wolfgang von Goethe

      • Also gut. Genau genommen, hast Dich schon in Deinem letzten Kommentar verabschiedet, deshalb war das eine bereits vollzogene Drohung, und damit keine Drohung, sondern Fakt. Es wäre nicht nötig gewesen, auf Dein erstes Good-bye jetzt nochmal ein Good-bye in Listenorgie drauf zu setzen, ich hab Dich auch so verstanden, zumal dieses Muster von Dir mir nun ja nicht gerade unbekannt ist. Ich kenne das bereits von Martins Blog. Zum Abschied sag ich Dir auch mal eine ungeschönte Wahrheit: Wenn hier einer nichts aushält, dann bist Du das. Du hast auf meinem Blog nicht nur Gilbert Dietrich in den Senkel gestellt, sondern auch andere Teilnehmer, um dann Deinen Kommentar sinngemäß so zu beenden: „An Ihrer Reaktion auf das, was ich gesagt habe, bin ich nicht interessiert.“ Super! Du keilst kräftig aus, aber im Gegenzug steckst Du überhaupt nichts ein. Eine Mimose ist taff im Vergleich mit Dir. Du bist ein tiefschürfender Geist, das stimmt schon, aber inzwischen habe ich die Nase voll von diesem ganzen Heckmeck. Dieses „ungebührliche Betragen“, wie Du das in Punkt sieben nennst, ist durchaus Usus bei Dir. Und ja, es wäre durchaus angebracht, sich selbst mal in Frage zu stellen. Das gilt nicht nur für Andere, denen Du das anempfiehlst, das gilt gerade so für Dich.
        Danke für Deine guten Wünsche. Iss Deinen Quark selber, am besten schmeckt er mit Honig.
        PS: Mir hilft Brüllen durchaus beim Denken!

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