Das Kreuz mit dem Glauben

Ein religiöser Mensch glaubt an die Existenz von übernatürlichen Wesenheiten wie Geister, Ahnen, Seelen, Götter oder an eine allmächtige Gottheit. Das Übernatürliche kann außerdem die Form von Kräften oder Kraftfeldern oder auch von göttlichen Gesetzen annehmen. Getragen wird dieser Glaube von einem Gefühl, dass alles, was ist, auf einer transzendenten, das heißt, letztendlich nicht erklär- und nicht beweisbaren Wirklichkeit beruht. Mit diesem Transzendenten glaubt der religiöse Mensch in einer ganzheitlichen Beziehung zu stehen, die über das menschliche Bewusstsein hinausgeht und heilig ist. Mit ritualisierten Handlungen und Gebeten, aber auch Askese, Meditation, moralischen und ethischen Normen gibt der religiöse Mensch seinem Glauben Ausdruck. In seinem Glauben findet er Orientierung und Lebenshilfe. Wird derselbe Glaube mit anderen Menschen geteilt, bilden sich Religionsgemeinschaften heraus, in denen der gemeinsame Glaube identitätsstiftend wirkt.

Glaube/Religion wird heute in bewusster Abgrenzung zu Wissen/Wissenschaft definiert. Glaube und Wissen sind keine sich gegenseitig bedingenden Größen mehr, sondern werden als zwei gänzlich verschiedene, mehr und mehr sogar unvereinbare Bereiche menschlicher Erfahrung aufgefasst. Der moderne spirituelle Mensch lehnt den „mind“ und damit alles Wissen als Hindernis auf dem Weg zur wahren Erkenntnis häufig rundweg ab, während umgekehrt der Wissenschaftler keine Erkenntnis mehr gelten lässt, die nicht verifizierbar, reproduzierbar und beweisbar ist. Während die Gläubigen sich nur noch auf die Liebe berufen, suchen die Wissenschaftler weiterhin nach der Wahrheit, wohl wissend, dass jede Wahrheit, die sie finden, immer nur eine vorläufige ist. Die Unvereinbarkeit der beiden Positionen führt dazu, dass Liebe nichts mehr mit Wahrheit und Wahrheit nichts mehr mit Liebe zu tun hat.

Dass Glaube und Wissen sich gegenseitig ausschließen und nichts miteinander zu tun haben, ist ein Verständnis von Religiosität, das es in dieser Form noch nicht lange gibt. Diese Vorstellung hat sich wohl erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt und da bisher auch nur in der westlichen Welt. Durch das Auseinanderfallen von Glaube und Wissen wird in der Wissenschaft  Religiosität/Glaube nun selbst zum Forschungsgegenstand. In der Evolutions-, Sozio- und Neurobiologie, der Geschichtswissenschaft und der Archäologie versucht man zu verstehen, was Religiosität ist.

Innerhalb der abendländischen Philosophiegeschichte gab es jedoch immer schon zwei Strömungen. Eine, die einer geistigen Welt den Vorzug gab, und eine, die mehr an der empirischen Wirklichkeit interessiert war. Diese beiden Denkrichtungen, die sich bereits in den unterschiedlichen Ansätzen von Plato und Aristoteles herauskristallisieren, fanden eine Fortführung im mittelalterlichen Universalienstreit und im Leib-Seele-Problem. Immer gab es Befürworter einer materialistischen und Befürworter einer idealistischen Weltsicht. Mal dominierte die eine, mal die andere Richtung. Die Auseinandersetzungen der Vertreter dieser beiden Strömungen hielt die Philosophie lebendig.

Das Geist-Materie-Dilemma ist also ein beliebtes abendländisches Spiel, das immer wieder gespielt wird. Unterschiedlich sind nur die Level, auf denen es gespielt wird. Mit dem Auseinanderbrechen von Glauben und Wissen ist die abendländische Menschheit wieder ein Level höher gestiegen. Wäre dieses Spiel ein Computerspiel, würde es wahrscheinlich Master of the Universe heißen. Bei einem Computerspiel unterscheiden sich die verschiedenen Levels durch ihren Schwierigkeits- und Komplexitätsgrad. Die Denkmodelle des fünften oder sechsten Levels sind wesentlich ausdifferenzierter, komplexer, raffinierter und subtiler als des ersten und zweiten Levels.

In der Auseinandersetzung mit der Welt und sich selber ist der menschliche Geist heute im einundzwanzigsten Jahrhundert nicht mehr derselbe, der er vor tausend Jahren war. Und der Geist vor tausend Jahren ist nicht derselbe wie der vor zehn- oder hunderttausend Jahren. Auch der menschliche Geist hat eine evolutionäre Entwicklung durchlaufen und durchläuft sie immer noch. Das Todesbewusstsein, symbolisches und begriffliches Denken, Selbstbewusstsein und höherstufiges, reflexives Selbstbewusstsein, Ich-Bewusstsein, Subjekt-Objekt-Trennung: das sind alles Fähigkeiten oder Eigenschaften unseres Geistes, die sich erst nach und nach herausgebildet haben. Und wie es für eine evolutionäre Entwicklung typisch ist, verläuft diese nicht geradlinig, sondern exponenziell. In den letzten drei Jahrhunderten hat sich der Geist schneller weiterentwickelt als in Tausenden von Jahren davor.

Die Subjekt-Objekt-Trennung ist beispielsweise eine relativ neue Errungenschaft. Die Vorstellung, dass die Natur nach der Bibel das zweite Werk Gottes ist, in dem der Mensch wie in einem Buch lesen und somit die Natur verstehen kann, wurde von Galileo Galilei im Jahr 1623 formuliert. Dieser durch und durch gläubige Gedanke begründete die objektive Wissenschaft, die sich heute daran macht, den Glauben zu negieren.

Was sowohl von den Gläubigen wie von den Wissenschaftlern übersehen wird, ist die evolutionäre Entwicklung des menschlichen Geistes. Das heißt, der Mensch des 21. Jahrhunderts geht davon aus, dass der Geist, in dem die Bibel geschrieben wurde, derselbe wie sein eigener ist und ignoriert dabei zweitausend Jahre Entwicklungsgeschichte.

Wenn ein Kind, dessen Geist symbolisch arbeitet, sagt, dass unter seinem Bett ein Monster wohnt, sagt es die Wahrheit. Da es subjektive und objektive Welt noch nicht voneinander trennen kann, beschreibt das Monster unter dem Bett eine andere Wahrnehmung der Wirklichkeit, nämlich eine, in der ein Gefühl wie Angst durch die Einbildungskraft die Form eines Monsters annimmt. Da Innen- und Außenwelt als Einheit erfahren werden, kann zwischen einer Vorstellung und der außenweltlichen Realität nicht unterschieden werden. In analoger Weise war die Bibel für die Menschen vor zweitausend Jahren die mit der Realität übereinstimmende Wahrheit. Auch in der Bibel werden innen- und außenweltliche Erfahrungen nicht durchgehend unterschieden.

Im Übergang von der Scholastik zur Neuzeit hat sich der Bruch zwischen subjektiver und objektiver Welterfahrung und damit ein Paradigmenwechsel vollzogen. Das bezeugt Thomas von Aquin, der die Religion auf eine neue Grundlage, nämlich die der Wahrheitssuche und Vernunft gestellt hat, ebenso wie Galilei und viele andere. Die christliche Kirche hat in ihrer Theologie jedoch nicht die Gedanken von Thomas aufgegriffen und weiterentwickelt. Wenn sie das getan hätte, hätte sie zu dem logischen Schluss kommen müssen, dass ein Text und sei es ein heiliger wie die Bibel aufgrund der prädikativen Struktur von Sätzen niemals die Wirklichkeit, also Gott, sein kann. Man hätte drauf kommen können, dass die Wirklichkeit und das Wort nicht dasselbe sind. Stattdessen hat die Kirche es vorgezogen, mit Hilfe von dogmatischen Glaubenssätzen am alten Paradigma festzuhalten. Das ist der Grund, warum Glauben und Wissen zwangsläufig auseinanderfallen mussten.

Wenn ein Erwachsener im 21. Jahrhundert, der zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Gefühlen, Vorstellungen und empirischen Beobachtungen zu unterscheiden vermag, weiterhin behauptet, dass unter seinem Bett ein Monster wohnt, ist dieser Mensch entweder psychisch krank, ein Märchenerzähler oder ein Lügner. Und wenn eine Kirche erwachsenen Menschen im 21. Jahrhundert weiterhin einen solchen Kinderglauben predigt, muss sie sich nicht wundern, wenn sich die vernünftigen Menschen von ihr abwenden.

Vor Thomas hatte Glaube eine grundlegend andere Bedeutung als danach. Vor Thomas waren Glaube und die Suche nach der Wahrheit miteinander identisch. Glaube vor Thomas war auf die Wirklichkeit bezogen und diente sowohl dem Gewinn von geistigen wie auch empirischen und praktischen Erkenntnissen. Nach Thomas verloren die Glaubensinhalte peu à peu den Anspruch, in einem Bezug zur Wahrheit zu stehen. Fortan konnte die christliche Menschheit alles glauben, was sie sich wünschte oder was ihr gerade in den Kram passte. Daher gibt es heute Amerikaner, die glauben, dass Gott die Benzinpreise im Keller hält, damit sie billig mit ihrem Pick-up durch die Gegend fahren können. Daher haben wir heute eine kunterbunte esoterische Szene, die nicht mehr zwischen Aberglauben, Humbug und in der Wirklichkeit verankerten Erkenntnissen zu unterscheiden vermag und Gott, die Engel oder das Universum für einen alle Wünsche erfüllenden Paketdienst hält. Daher haben wir auch eine Wissenschaft, die es auf dieser Basis zu Recht ablehnt, Glauben/Religion noch in irgendeiner Weise ernst zu nehmen.

Ein religiöser unterscheidet sich von einem nicht-religiösen Menschen nicht dadurch, dass er an eine transzendente Wirklichkeit glaubt, die über das menschliche Bewusstsein hinausgeht und daher weder erklärt noch bewiesen werden kann. Ein nicht-religiöser Mensch kann eine transzendente Wirklichkeit aus der Überlegung herleiten, dass wir Menschen etwas nur im Unterschied zu etwas anderem wahrnehmen können. In der Bibel wird diese Ausdifferenzierung damit beschrieben, dass Gott Himmel und Erde schuf und das Licht vom Dunkel schied. Laut der Urknalltheorie entstanden gleichzeitig Gravitation und die Ausdehnung des Raums. In der Quantenphysik unterscheiden sich die kleinsten, noch wahrnehmbaren Teilchen durch den Spin, der sich entweder in Richtung des Magnetfelds oder in entgegengesetzter Richtung dreht. Immer steht am Anfang eine Unterscheidung. Die Überlegung, dass es über die Welt aus Unterschieden hinaus auch ein Unterschiedsloses geben könnte, ist naheliegend.

Der religiöse Mensch von heute unterscheidet sich vom nicht-religiösen allerdings dadurch, dass er seinen unterscheidenden Geist auf das Unterschiedslose anwendet. Da sich das Unterschiedslose aber dem unterscheidenden Geist entzieht, können dabei nur wilde Spekulationen herauskommen, und damit entfernt sich der religiöse Mensch von der Suche nach der Wahrheit. Über ein Unterschiedsloses kann nichts, aber auch gar nichts ausgesagt werden.

Der religiöse Mensch unterscheidet sich vom nicht-religiösen außerdem dadurch, dass er behauptet, die unio mystica, also das Unterschiedslose, die Einheit erfahren zu können. Das kann jedoch nicht sein, wenn er ein Bewusstsein von der unio mystica hat, denn dann ist die unio mystica ein Wahrgenommenes und damit schon wieder eine Erfahrung in der Welt der Unterschiede, der Dualität. Er muss aber ein Bewusstsein davon haben, denn sonst könnte er nicht davon sprechen und hätte auch keine Erinnerung an eine solche Erfahrung. Auch mit der Behauptung der unio mystica sucht der moderne religiöse Mensch also nicht nach der Wahrheit. Stattdessen wiederholt er gebetsmühlenartig die Beschreibungen der Mystiker aus dem alten Paradigma, ohne sich gewahr zu werden, dass der menschliche Geist inzwischen viel ausdifferenzierter ist und zwischen einer Wahrnehmung des Gefühls und dem Gefühl selbst unterscheiden kann.

Die Möglichkeit eines Unterschiedslosen kann man  nicht per se ausschließen, wie manche Wissenschaftler das tun. Für die Erfahrung der unio mystica kann es eine Erklärung geben, die berücksichtigt, dass ein Bewusstsein davon vorhanden ist. Gläubige und Wissenschaftler können an den Punkt zurückgehen, an dem Thomas von Aquin und Nicolaus Cusanus schon einmal waren. Gläubige und Wissenschaftler können auch gemeinsam den Wahrheitsgehalt von Erkenntnissen überprüfen, die aus der Trennung von Glauben und Wissen entstanden sind. Das könnte für beide Seiten eine Bereicherung sein und zu einem neuen Verständnis führen, wer und was wir Menschen sind.

2 Kommentare zu “Das Kreuz mit dem Glauben

  1. “ unio mystica“ – Nikolaus von Kues beschrieb seinen Weg dorthin als „coincidentia oppositorum“, also den Zusammenfall oder vielleicht besser: die Überwindung der Gegensätze indem man sie eins werden lässt (Der Gedanke des Lassens bezeugt, dass die Wirklichkeit selbst vereint ist und nur die menschliche betrachtungsweise durch Untterschiedsbetrachtung, -definition Gegensätzlihkeit erst entstehen macht.

    Ich möchte die coincidentia oppositorum deshalb um den Begriff „complementorum“ erweitern (coincidentia oppositorum complementorum), also den „Zusammenfall von Gegensätzen, die (in Wirklichkeit) Ergänzungen sind.
    Weil durch die Betonung des ergänzenden Aspekts, die Gegensätzlichkeit ihren feindseligen Charakter sofort verliert, ganz so, wie sich nur ein konvexer und ein dem entsprechender konkaver Teil zusammen schließen können, obwohl sie in Form/Ausprägung ja völlig gegensätzlich sind, aber gerade dadurch sich zu Gänze erschließen können.

    Mit anderen Worten: Das Erkennen des Ganzen ist nicht möglich, weil der Verstand in der Tat von der Unterschiedlichkeit zehrt und i.d.R. unfähig ist diese Gegensätze nicht als Paradoxon zu deklarieren, anstatt diese als Ergänzung wahrzunehmen.

    Das Ganze lässt sich also nur begreifen ohne Begrifflichkeiten.
    Und dies geschieht umstandslos sofort, sobald man sich in der Lage fühlt(!) Gegenätze einfach gelten zu lassen, anstatt sie auszuschließen zu versuchen!

    Dieses Geltenlassen ist aber eine gänzlich andere Form des Verstehens als die differenzierende, damit sezierende und damit trennende Betrachtungsweise des analytischen Einteilens (wobei das Eine eben geteilt anstatt vereinigt gelassen wird!).

    Sie ist m.E. nur zu erreichen, indem sich der sezierende Intellekt selbst gemäß seinen eigenen Regeln ad absurdum führt, also selbst überwindet und nicht überwunden wird von „außerhalb“ durch Belehrung, Dogmatismus, Indoktrination, Manipulation etc.

    Wie das von statten gehen kann ist aber ein eigenes Thema.

    • Dein Kommentar zum „Buch der Fragmentierung“ hat mich auf den Gedanken gebracht, dass die Scholastiker aufgrund ihres Umgangs mit der Bibel wahrscheinlich in der Textualität gefangen sind und daher nicht die Wirklichkeit als Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit der Begrifflichkeiten meinen. Dazu passt, dass 100 Jahre später Galileo Galilei von der Natur als dem zweiten Buch Gottes spricht, das von denen gelesen werden kann, die die Sprache der Mathematik beherrschen.

      Wenn Nikolaus von Kues von der „coincidentia oppositorum“ spricht, meint er, wie ich jetzt glaube, begriffliche Gegensätze. Fallen begriffliche Gegensätze zusammen, fällt jegliche Anschauung weg. Das ist Leere, abstrakte Einheit. Das war mir bis jetzt allerdings auch nicht klar. Das heißt, es gibt zwei Möglichkeiten: der Geist kann sich mit Begrifflichkeiten identifizieren und ist damit vom Gefühl abgeschnitten oder er löst sich von den Begrifflichkeiten und wird zum wahrnehmenden Instrument des Gefühls. Gefühl und Anschauung fallen dann in eins.
      Das würde m.E. erklären, warum wir von der „unio mystica“ ein Bewusstsein haben.

      Wenn der Geist mit dem begrifflichen Denken identifiziert ist, verschwindet im mystischen Erleben anscheinend die Welt. Ein Kontemplationsmeister hat mir das mal so beschrieben, dass die Welt sich in einem grellen und weißen Licht auflöst und danach wieder aufbaut. Es ist das, was in der Mystik horror vacui genannt wird.
      Im horror vacui wird das erlebt, wovor man sich am meisten fürchtet. Die Auflösung der Welt korrespondiert mit der Angst vorm Tod, dem Nicht-mehr-Existieren. Eine andere horror vacui-Erfahrung ist die Angst vor der Einsamkeit. In dieser Erfahrung fühlt sich der Mensch unsterblich, aber für ewig allein.

      Wenn der Geist nicht mehr mit dem begrifflichen Denken identifiziert ist, bleibt reine Anschauung. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit ohne Begrifflichkeiten lässt sich als coincidentia complementorum bezeichnen. Das ist ein schöner Begriff, den ich so noch nicht gehört habe. Vielleicht stehst Du in 100 Jahren damit in der Wikipedia, wer weiß 🙂 Und ja: es ist Geltenlassen.

      In meiner eigenen Erfahrung wird die Welt als reine Anschauung zu einer wundervollen, zeitlosen Choreographie. Begleitet von einem Gefühl völliger Stimmigkeit, als wäre alles genau so, wie es sein muss. Dieses Gefühl ist für mich das Kohärenzgefühl, von dem Guido ebenfalls spricht. Ich weiß aber nicht, ob er es so meint. Seine Schlussfolgerungen verstehe ich nicht so ganz. Als reine Anschauung ist die Welt zeitlos, ohne Anfang und ohne Ende. Zumindest erlebe ich es so. Das würde heißen, dass Zeit in die Welt der Begrifflichkeiten gehört, was einleuchtet, da nur Begrifflichkeiten in eine Reihenfolge gebracht werden können.

      Die Basis oder, wie die Mystiker es nennen, der Urgrund ist für mich ein auf jeden Fall ein Gefühl. Es ist erdhaft, materiell, körperlich. Dass Zellen denselben Plasmaraum teilen, könnte was damit zu tun haben. Oder die Bindungen, die ja alle Stoffe, auch die anorganischen, strukturieren. Deshalb also Materiemönch.

      Den sezierenden Geist kann man auf sich selbst anwenden. Er kann sich selber zerlegen bis zum „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Der begriffliche Apparat verschwindet damit aber nicht. Wie man den Zusammenbruch des begrifflichen Apparats bewusst herbeiführen will, weiß ich nicht. Wenn Du sagst, das wäre nochmal ein anderes Thema, was meinst Du konkret damit? Mit Belehrung, Manipulation und Indoktrination wendet man sich auch an den begrifflichen Apparat und aktiviert den sezierenden Geist. Das bringt echt nichts. Ich suche den Austausch, um für mich selber mehr Klarheit zu schaffen. Wenn man das allein lösen will, tritt man irgendwann auf der Stelle.

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